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Studien zur Kritik der Moderne
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Der neue Stil

eines Menschen, von denen er sich doch gleich wiederbesinnt und erholt? Ist nicht die Wahrheit vielmehrhinter der Wirklichkeit, unter der zufälligen Erscheinung,und gilt es nicht vielmehr den heimlichen Kern ausder vergänglichen Hülle zu lösen, die subcutanenSeelenbewegungen in der Tiefe zu erlauschen? Dasist die Aufgabe der Kunst. Und gerade der grosseDichter, auf den sich jene Berliner mit Unrecht berufen,gerade Henrik Ibsen verlangt wie kein Anderer vomSchauspieler, dass er von der Fläche der Erscheinungenauf den Grund, aus der zufälligen Wirklichkeit in dieideale Wahrheit, in das verborgene Wesen der Dingedringt. - Ja, es ist vielleicht der einzige Fehler diesesherrlichen Dichters, den äusseren Ereignissen mehrinneres Leben zu geben, als schauspielerische Mittelauszudrücken vermögen. Denken Sie an den ausge-zeichneten Vortrag des Baron Berger über Rosmersholm!Was da in jedem Worte Alles steckt! Und dieseunendliche innere Wahrheit unter den scheinbar zufälligenSätzen soll der Schauspieler zeigen! Es ist kaummöglich. Aber gewiss ist es jenen Berlinern unmöglich,denen es genügt, ein paar auffällige Aeusserlichkeitenan der Oberfläche wirksam zu copiren.

Nun wende ich ein:Die Berliner sagen, dass sienicht bloss eine Copie der Wirklichkeit wollen. Siewollen mehr. Sie wollen die psychologische Entwick-lung zeigen, wie die Gestalten werden, wachsen, sichverändern, während man früher die Charaktere immerschon im eisten Act ganz fertig und ausgewachsenauf die Bühne stellte.

Aber das ist auch wieder nur ein Schlagwort!Entweder drückt es etwas ganz Selbstverständlichesaus oder es ist einfach falsch. Der Charakter bringtdoch, wenn er das erstemal auf die Bühne kommt,schon seine ursprüngliche Anlage und die Spuren seinerfrüheren Schicksale, er bringt sozusagen eine deutliche

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