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Theater.
Ich stelle meine Fragen und höre. Er hat nichtden leichten Ton der suchenden Plauderei, die vonWort zu Wort treibt und selber neugierig ist, was eswohl am Ende wird, sondern er verkündet.
Seltsam ist sein Auge, das rings die Dinge acht-los streift, gegen die Welt zu erblinden und vielmehrauf ein inneres Licht gerichtet, von einem innerenGlanze gespeist scheint.
„Sie fragen mich um den „neuen Stil“ und nennen, ihn den Berliner Stil. Er ist in der Tliat eine Er-findung der Berliner, für die seit etwa fünf, sechsJahren viel Reklame geschieht, ohne dass sie in derEntwicklung unserer Kunst irgend was bedeuten könnte.Die Entwicklung unserer Kunst wird durch zwei grosseTendenzen bestimmt: durch das Streben nach Wahrheitund durch das Streben nach Stil, durch die Hamburgischeund durch die Weimarische Schule. Das sind die zweigewaltigen Ströme, die bald sich nähern, bald entfernen,bald heftig schwellen, bald erlahmen, niemals versiegen.Freilich wurde die Weimarer Schule zu Extremen ver-leitet, welche den begründeten Anspruch auf Natürlich-keit beleidigen-, die Leute hatten auch eben eine un-vergleichliche Fülle von Mitteln. Ich habe sie nochgekannt. Daneben verschwinden wir Alle. Aber kommenwir auf die Berliner.“
Er hält eine Weile und besinnt sich. Das Augewird strenge und kalt und er schiebt den Unterkiefervor. Und dann prasseln die Sätze wie Hiebe.
„Die Herren geben vor, dass sie die Wahrheitwollen. Aber sie thun gerade das Gegentheil derWahrheit. Sie bringen das Zufällige, Vergängliche,Augenblickliche. Sie haschen nach dem äusseren Scheine.Aber den nothwendigen, ewigen, tiefen Kern der Dinge,die immanente Wahrheit treffen sie nicht. Ist denndas wahr, was jeden Moment auf der Strasse geschieht?Ist denn die Wahrheit in den raschen Verirrungen