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Studien zur Kritik der Moderne
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Theater.

und die Sandrock. Er braucht nur seinen mächtigen,stolzen, königlichen Schritt zu thun, er braucht nurseine dunkle und drohende Stimme zu regen, er brauchtdas schwüle, zornig verhärmte Auge, diese Sonne inTrauer, nur zu heben und man fühlt: hier ist einungemeiner und erkorener Mensch. Er strahlt Grösseaus. Er ist heroisch.

Aber es ist eine wilde, düstere, verruchte Grösse,der Gelassenheit und Friede fehlt. Sie tobt und wühltund leidet. Sie hat das Maal von Schmerz und Grimm.Die Legende will, dass er Stunden, Tage oft mitThieren lebt, mit Löwen und Leoparden, und ihnengleichen seine entsetzlichen Blicke, die Wutli undBrunst und Tücke der Miene und der Gesten. Manmuss an das Wrack der Meduse oder jene verwundetenKürassiere des Gericalut, an die infernalen Fieber desDelacroix, an die Delirien des Wiertz, an HugoscheBacher, an Byronsche Helden denken. Trotz, Sturm,Empörung ist in dieser Grösse. Sie ist keine klassische,sie ist eine romantische Grösse.

Aber wenn sie romantisch ist, so ist sie es dochnach der Romantik, in einer unromantischen Zeit.Das darf man nicht vergessen. Das fühlt sie und eswird an ihr gefühlt. Er ist gewollt, gewaltsam,geflissentlich romantisch, wie jene raffinirten Primitivenan der Themse gewollt, gewaltsam, geflissentlich prä-rafaelitisch sind. Er hat eine an der Ironie und Blaguedes Boulevard geschärfte, gereizte, gepfefferte Romantik.Das wirkt an ihr, das künstliche gerade wirkt auf dieModernen, die das wunde Heimweh der Verzärtelung,Zerfeinerung und Erkrankung an den Sinnen, an denNerven nach der Wucht, Kraft und Schwere haben.

Das gibt ihm auch den priesterlichen Zug. Erübt seine Kunst wie ein heiliges Amt, ein Opfer, eineMesse. Er hat fast was vom Zauberer und Fakir,der Feuer bändigt, Schlangen zähmt und Gift beschwört.