Mon.net Sully.
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ginie, je vous en supplie». Das zeichnet seine Weisevortrefflich: er hat Genie — er ist eine Natur, imGoethe’schen Sinne, und jeder Ton, jede Wendung,jeder Blick verräth die edle Seele des Künstlers; aberer hat das gemeine Talent nicht — es fehlen dieüblichen Fakultäten des Mimen. Er will sie auchgar nicht, sucht sie gar nicht. Er hat eine vollkommeneTechnik, sich zu gestalten, aber gar keine, andere zugestalten. Er macht kaum Maske oder doch nur eineMaske der Stimmung, die ihm die Rolle gibt, keineMaske der Rolle; Jahre hat er unbekümmert seinenhamletischen Bart getragen, der erst vor Alain Chartierfiel. Er gibt keine Rolle; er lässt sie auf sich wirkenund diese Wirkung gibt er wieder, die Gefühle undGesichte, die sie in ihm weckt. Er phantasirt aufseinen Rollen, wie ein Musiker über ein Thema. Erschwelgt in ihnen lyrisch und verzückt sich. DenRausch, den sie ihm geben, den Taumel, die Extasegestaltet er in kühnen, strengen und enormen Zeichen.
Also: er dient nicht dem Dichter, sondern willimmer nur sich selber verkünden, seine eigene Natur.Man muss diese prüfen. Ihr Werth wird seine Geltungbestimmen. Es kann nicht genügen, dass er die Mittelhat, um seine Seele zu geben. Die Frage ist: wasvermag, was bietet, was bedeutet sie? Hat sie Kräfte,auf uns zu wirken? Trifft sie die Begierden derZeit?Hat sie jene müde Hast von delikaten und verstörtenNerven des Kainz? Hat sie die selige und heitereGüte, die löst und glättet und versöhnt, des Baumeister?Hat sie den perversen Geist und den spöttischen Zauberder Rejane?
Mounet hat Grösse. Ich weiss auf der europäischenBühne heute nur noch zwei Künstler, die so, wenn siekommen, gleich das Gewöhnliche verbannen und durchihre blosse Gegenwart schon die Szene in Adel, Stilund Weihe, in das Erhabene rücken: die Bernhardt
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