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Studien zur Kritik der Moderne
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T h e a t e i.

Herr Meier oder Müller. Es gibt mir nur, was es mit Allengemein hat. Erst später timt es die Hüllen weg undkann mir das Eigene zeigen, seine einsame Seele. Aberwenn ein Neger zu mir kommt, der wird gleich wirken.Jeder Blick, jede Geste, jeder Schritt ist neu, ist fremd,ist anders. Mir muss an ihm auch das Gemeine selbst per-sönlich scheinen, und es dauert, bis ich mich erhole undbesinne. Die Düse ist der Neger in der Kunst von heute.

Ich erinnere mich, dass in Paris einst Annamitenspielten. Sie heulten, wanden sich, und das Stückschien grässlich. Aber man konnte vor der grellen,bunten, wüsten Bühne täglich Künstler, Kenner inBegeisterung sehen. Man verstand sie nicht, aber siewirkten. Sie wirkten, weil man sie nicht verstand.Desswegen schien auch das Gemeine an ihnen persönlich.Wenn die Reichemberg Liebe spielt, so hat diese Liebezwei Theile. Sie liebt, wie alle Menschen lieben, unddann ist noch ein Zug, der ihr allein gehört. Nurdieser kann wirken. Nur dieser gibt ihr eigene Zeichen.Das Gemeine sagt sie gemein und wir warten unge-duldig. Aber in Annam hat die gemeine Liebe allerMenschen andere Zeichen. Und so lassen wir unstäuschen und sind gleich getroffen, ergriffen und gerührt.

Wenn Rafael ohne Hände geboren wäre, dannhätte er mit den Füssen gemalt. Er konnte dann dieganze Lehre der Malerei nicht brauchen, die immerdoch nur Winke, Räthe für die Hände gibt. Er mussteseinen anderen Organen dann eine andere Techniksuchen. Sie hätte allen Formen einen fremden, beson-deren Geschmack gegeben. Die Düse ist so ein Rafaelder Bühne mit den Füssen.

Man wird sie immer bewundern, weil es schön ist,wenn der Geist den Körper zwingt. Aber sie musseinsam, ohne Schule sein. Wer Hände hat, wärethöricht, mit den Füssen zu malen, und würde dochkein Rafael.