Die dritte Wiener Internationale.
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Zorn. Und es fehlt, was heute den Stolz der Deutschenund die Geltung der Franzosen macht- diese beidenbringen Rumpelkammern ihrer abgelegten Kunst vonvor zehn Jahren. Böcklin fehlt, Uhde fehlt, Stuckfehlt, Klinger fehlt, Thorna fehlt, Hofmann fehlt,Moreau fehlt, Cazin fehlt, Carriere fehlt, Raffaelli fehlt,Boldini fehlt, Forain fehlt, Willette fehlt, Besnard fehlt,Degas fehlt. Es fehlt, was in der Kunst von heutegilt. Nur was an Resten die Kunst von heute stört, ist da.
Und die Pflicht der Ausstellung war doch deutlichund war leicht. Die Wiener kennen die Malerei vonheute nicht. Die ganze Entwicklung der letzten zehnJahre von Manet zu Whistler, die Erlösung vom Cartonder Epigonen, diese mächtige Schöpfung einer neuenKunst ist ihnen fremd. Kaum von den Anfängen, vonihrer naturalistischen Phase haben sie geringe undschüchterne Zeichen vernommen. Das alles war indeutlichen und wirksamen Exemplaren zu zeigen, indemman behutsam wählte, Experimente vermied und nurdie reifen Endungen nahm. Es kostete keine Mühe.Man brauchte bloss aus 1892 und 1893 die Treffer vomCliamp de Mars, von der New Galery und von denSecessionisten zu holen. Das war deutlich und warleicht. Man versteht gar nicht, wie sie es verfehlenkonnten, wenn man nicht weiss, dass sie es verfehlenwollten.
Sie wollten es verfehlen. Sie wendeten allen Witzund Eifer an, geflissentlich zu meiden, was sie suchensollten. Statt die moderne Malerei zu zeigen, wolltensie zeigen, dass es keine gibt. Sonst fürchteten sienämlich für ihr Geschäft. Was der künstlerischenBildung nützte, würde ihrem Handel schaden, der vonder Dummheit der Laien nur lebt. Man würde danndie Schande und klägliche Verfassung der heimischenKunst erkennen und die breite Herrlichkeit der colo-rirten Anecdoten wäre aus. Das wollten sie um jeden