Bildende Kunst in Oesterreich.
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Wenn Fräulein Kallina für Fräulein Hruby oder garFrau Lewinsky für Frau Bauer spielt, dann berichtetdie Elite der Wiener Kritik noch in der Nacht dasunendlich wichtige Ereigniss. Nach den Malern wirddas ganze Jahr nicht gefragt, und wenn die Ausstellungkommt, sollen zwei, drei Feuilletons den Sinn ihrerlangen und einsamen Arbeit erschöpfen.
Diese Gewohnheit, von den Malern überhaupt nurbei Ausstellungen und dann gleich von allen zusammenin Bausch und Bogen zu handeln, ist schändlich. Dahängen drei- bis vierhundert Bilder, und man hat imbesten Falle neun, zwölf Spalten; den grösseren Theilnehmen natürlich auch noch die grossen Namen derfertigen Meister, die es gerade am wenigsten brauchenwürden, und die lauten Treffer, die clous, welche dieNeugierde reizen. Die Jugend, welche sucht und Rathund Hilfe möchte, die stille Arbeit, die noch bangezögert, wird in engen Zeilen mit dürftigen Adjectivenabgethan, wenn sie nicht gar in die letzte Spalterutscht, wo man am Ende geschwind eine Liste ver-zeichnet, auf gut Glück und kunterbunt durcheinander,dass es den Leser nur betäuben und verdriessen kann.
V. Meister Tilgner.
Grau liegt der Garten und ganz stille; kaum dasseinmal ein rascher Schritt im Sande knistert. Helle,sanfte Schleier weben zwischen den Zweigen, und einmilder, süsser Hauch, wie eine leise Ahnung naherBlüthen, tänzelt neckisch. Vögel zwitschern ungestört.
Da ist, im Schwarzenberggarten, sein Atelier, woauf mächtigen Gerüsten viele Hände schaffen. Es gibt,wenn man den trüben Schmutz der Arbeit und diefleckigen Gesellen in den grauen Kitteln sieht, eineStimmung von Mühe und Trotz und Geduld, wie
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