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Malerei.
dieser Entwicklung dient, und wäre es auch nur miteinem geringen Vermögen, fördert die Kunst mehr,als wer sie mit Meisterschaft hemmt, und so wird diesezweite Kritik zuletzt einen Künstler, der vielleichtohne Kraft und um die rechten Mittel verlegen ist,vor seinen wirksameren Rivalen rühmen, weil in ihmder Wunsch der Zeit vernehmlich ringt.
Leicht wird man ja einen solchen Kritiker nichtfinden. Er braucht eine Empfindsamkeit und Wandel-barkeit der Nerven und der Sinne, welche selten sind.Albert Wolff und jetzt Gustave Geffroy, in einigerDistanz auch Hermann Helferich und Cornelius Gurlitt,mögen als Muster gelten. Man sollte wenigstens streben,von ihnen zu lernen. Man sollte, so viel ein Jeder esvermag, ihrem Beispiele folgen.
Aber nicht nur der Geist, auch die Form derKritik ist zu ändern. Die Presse muss von der Kunstnicht bloss verständiger handeln: sie muss vor Allemmehr von ihr handeln. Dazu braucht es gar nichterst psychologische Feinheit und pädagogisches Geschick.Es genügt der gute Wille. Von aller möglichen undunmöglichen Thorheit, die kein Mensch liest, wird inden Zeitungen breit und behaglich geschwätzt; nurdie Kunst darf höchstens gelegentlich einmal ein paarknappe, rasche Sätze verlangen. Man vergleiche siemit dem Theater. Ich bin gewiss ein Enthusiast derBühne, aber wenn ich messe, welchen Raum die Presseder Schauspielerei und welchen sie den Malern gewährt,das ist doch gar kein Verhältniss. Man nehme einJahr irgendeiner Wiener Zeitung und zähle, wie oftda Herr Kornau und wie oft Meister Tilgner genanntist. Ich schätze den sympathischen und begabtenEpisodisten der Josefstadt sehr, aber der genialeBildnisshauer möchte doch vielleicht die gleiche Achtungverdienen. Von der Dio ist in einer Woche mehr alsvon der Wisinger-Florian in einem Jahr die Rede.