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Studien zur Kritik der Moderne
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Bildende Kunst in Oesterreich.

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Sachen schreiben. So weit sind wir doch noch nicht.Die Bildung unserer Kritiker ist ernst und ehrlich.Nur . ist sie leider falsch und ungehörig. Sie sindhistorisch, antiquarisch, ästhetisch gebildet. Nur ge-rade kritisch sind sie nicht gebildet. Und so kommtes in der Wirkung fast auf das Nämliche hinaus.

Man glaubt es ganz besonders gut zu treffen,wenn man einen Mann zum Kritiker nimmt, der rechtviel gelesen und eine profunde Gelehrsamkeit in derGeschichte der alten Malerei hat. Er kennt alle Namenmit den Zahlen, wann sie geboren und gestorben sind,und genau die Titel ihrer sämmtlichen Werke und daslange Schicksal eines jeden, wie es zuerst für diesemPrinzen gemalt, im Kriege verschleppt, endlich wiederbei einem Trödler entdeckt, aber verkannt, dann vondem Gelehrten X. bestimmt, durch den Grafen Y. andas Museum Z. gebracht wurde. Er ist ein treuesLexikon von allen Daten, die man braucht, und aufsolche Fragen, ob die Holbeinsche Madonna vonDresden oder von Ulm das erste Original ist, hat erverlässlichen, unanfechtbar gerüsteten Bescheid. Wasvorgestern und gestern war, weiss er trefflich; ausdem Heute das Morgen zu ahnen, hat er sich nie be-müht. Fertige Thatsachen sammeln und ordnen ist ihmvertraut; schwanke Triebe errathen und fördern warnie seine Sache. Er ist irgendwo Docent und wird,weil sein Name glänzt, in eine Zeitung gewählt, undnun soll er plötzlich die ringenden Jünger der neuenSchule richten, von denen er kaum noch recht gehörthat; aber wer ein Buch über Albrecht Dürer ge-schrieben hat, dem muss es doch, heisst es, eineKleinigkeit sein, die Engelhardt uud Goltz zu ver-stehen. Man vergisst nur, dass es ein Anderes ist,heute ein Leben Goethes und die Entwicklung seinerWerke zu schreiben, und ein Anderes, mit demLebenden damals, als er vom Götz zum Tasso wollte,