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Studien zur Kritik der Moderne
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Der Künstler muss von der Kritik verlangen, dasssie ihre Marquisen vergisst und sich auf seinen Kellnerstellt. Sonst giebt es bloss verdriessliches Gerede, dasam Ende doch nichts ändert. Rath und Lehre mussan seine Natur gepasst sein. Was der Künstler will,ist seine Sache allein. Nur ob er es kann, und wieer sich etwa mit besseren Mitteln nähern möchte, hatder Kritiker für ihn zu entscheiden. Der Kritikermüsste sein Lehrer sein, wie ich ihn geschilderthabe, der sich ganz in die Natur des Schülers versenkt,aus ihr denkt und sich der rechten Mittel für sie be-wusst wird. Dann erst, wenn er dem Einzelnen so zusich selber verholten hat, mag er an der Entwicklungdes Ganzen, wie er sie aus vielen Zeichen zu erkennenglaubt, den Werth und Unwerth eines Jeden messen.Freilich müssten da die Kritiker manches sein, wassie jetzt nicht sind, und manches nicht sein, was siejetzt sind. Sie müssten ein bisschen Psychologen, dieaus sich selber und in eine fremde Natur zu gehenwissen, und im Technischen sicher, damit sie Jedemgleich sein Verfahren weisen könnten, und auch in denanderen Künsten, in der Wissenschaft empfindlicheHorcher sein, die jeden neuen Drang des Geistes, wieer sich regt, vernehmen. Und sie müssten etwas wenigerHistoriker sein, die im Vergangenen befangen sind,etwas weniger Kenner der antiquarischen Methodenund nicht jene Liebhaber mit der fertigen und unab-änderlichen Aesthetik.

Unsere Kritiker wissen eine Menge. Es ist beiuns immer noch besser als draussen. Ein grosserBerliner Verleger hat mir einmal gesagt, und fürBerlin scheint es giltig:Man hat immer Leute zuversorgen, Neffen oder Waisen; wenn da einer sonstzu gar nichts taugt, gibt man ihm die Kritik derTheater; ist er aber dafür auch zu dumm, so lässtman ihn in Gottesnamen über Malerei und solche