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Studien zur Kritik der Moderne
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Bildende Kunst in 0est-erreich.

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Kunst'? Gerade was es nicht hat, will ich von ihr. Ichwill was Zärtliches und Feines, das die Nerven streichelt.Das kann mir der Kellner meines Freundes nicht gehen.Es ist entschieden kein Bild für meine Bedürfnisse.Ich kann es entschieden nicht lohen. Ich muss ent-schieden bedauern, dass ich von seinem Talente, vonseinem Eifer nichts habe, die mir, besser verwendet,manche Freude machen könnten. Aber Kellner magich nicht. Ich will Marquisen. Und ich gehe ärgerlich,und mein Freund weiss nur das Eine, dass er mir niemehr ein Bild zeigen wird.

Es ist klar: Wenn er mich ruft und fragt, willer nicht eine Verhandlung über das Rococo und überdie Wünsche meines Geschmackes, sondern über Erfolgoder Niederlage seiner Absicht. Er fragt nicht, obman Kellner malen soll oder nicht. Er fragt nicht,ob man sie im künstlichen Lichte auf eine wirksameFarbe hin oder lieber in der natürlichen Luft ihresMetiers malen soll. Das Alles ist ihm schon entschieden.Er hat nur Sorge, ob es ihm gelungen ist. Er fragtnicht, was ich voii einem Bilde will. Er fragt nur,ob er in diesem Bilde kann, was er hier will. Erlacht mich mit meinen Marquisen aus. Wenn ich michnicht zu seinem Kellner entschlossen kann, soll ichlieber schweigen. Anderes wollen, als der Künstlerwill das ist kein kritisches Verfahren.

Das ist aber das Verfahren der Wiener Kritik.Da hat Jeder seine Marquise. Und den Kellner desMalers lässt man nicht gelten. Wie wenn mich einKoch fragen würde, ob er den Hasen richtig bereitethat, und ich wollte sagen: Nein, er schmeckt mir garnicht; ich bin Vegetarianer; warum machen Sie keineLinzertorte? Wie wenn Jemand den Weg auf dieWestbahn wissen möchte und ich sage ihm: GelieuSie nur hier; da kommen Sie auf die Südbahn; dieführt in eine viel hübschere Gegend.