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Studien zur Kritik der Moderne
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Malerei.

müssten also das Persönliche auf alle Weise fördern,eher sogar ein bisschen übertreiben (was später schonwieder ausgeglichen würde) und, wenn die eigenenKräfte nicht reichen, ausländische Experimente holen.Aber die Wiener Genossenschaft schädigt vielmehrdas Persönliche in der eigenen Kunst, wo sie es nurtreffen kann, und versperrt sich ängstlich gegen diefremde Kunst.

Die paar Leute, die bei uns was Eigenes sagenund was Neues suchen möchten, die es drängt, modernzu sein es sind so nicht viele, und sie sind esschüchtern und behutsam genug sind bei der Ge-nossenschaft in Verruf. Man refüsirt sie, wenn es irgend-wie geht. Man hängt sie so schlecht als möglich, mittenunter schwarze Schinken in der gewissen alten Sauce,wo sie natürlich roh und grau erscheinen. Man schliesstsie von den Wahlen aus. Man scheut kein Mittel,ihnen das Leben zu erschweren und zu verbittern. Esgenügt, dass Einer in den Geruch eines eigenen Talenteskommt, um ihn für alle Zukunft unbeliebt zu machen.

Mit den Ausländern verfährt man nicht anders.Wie lange hat man gezögert, uns Ulide und Stuck zuzeigen! Wie lange wird man noch zögern, uns Thomaund Klinger zu zeigen? Wie lange wird man nochzögern, uns Raffaelli, Claude Monet, Besnard, Puvisde Chavanne, Cazin, Lagarde, Forrain, Boldini, Whistler,Zorn und Munch zu zeigen? Ich nenne absichtlichnur die ersten Namen der europäischen Malerei, welcheüberall berühmt, aber in AVien unbekannt sind.

Ich weiss wie die Genossenschaft sich vertheidigt.Sie sagt:Gewiss, das sind ausserordentliche Künstler,und gewiss ist es schade, dass man ihre besondere undmächtige Kunst in AVien nicht zeigen darf: aber mandarf sie nicht zeigen, man muss sie vielmehr ängstlichverstecken, weil dem Wiener jede Bildung zu ihremVerständnisse fehlt: es gäbe bloss einen Riesenscandal.