Bildende Kunst in Oesterreich.
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und sogar die Berliner, die doch in der Kunst immerdie Letzten sein müssen, haben neuestens schon auchihre Secessionisten. Es ist noch zweifelhaft, ob esin der Entwicklung der Kunst einen Gewinn bedeutetund wie viel am Ende davon bleiben wird. Aber esist unzweifelhaft, dass es den Künstler von der Er-gebenheit an fremde Muster löst und auf sich selberstellt. Es ist unzweifelhaft, dass es gerade das ist,was wir in Oesterreich zur Erweckung des Geschmackesbrauchen, dem das Persönliche fehlt.
Es ist mir ein Käthsel, dass die Genossenschaftder Künstler das nicht begreifen will. Sie muss dochselber fühlen, dass es so nicht dauern kann. Sie mussdoch selber fühlen, dass, wenn Niemand kauft, Niemandwas versteht und Niemand die Kunst liebt, es bei unsin fünfzig Jahren überhaupt keine Malerei und keineMaler mehr geben wird. Sie muss doch selber fühlen,dass nur das entschieden und unerbittlich Persönlicheda helfen kann. Warum also vervehmt und ächtet sie,was irgendwie die Schablone verlässt?
Ich habe nicht die Absicht, den Vorstand derGenossenschaft zu beleidigen. Ich zweifle nicht, dasser es sehr gut und ehrlich meint. Aber wenn ichseine Thaten sehe, da kann ich mir wirklich nichthelfen: sie machen den Eindruck, als ob die Leute
ein Interesse hätten, die Unbildung der Laien geflissent-lich zu erhalten und jedes starke Talent, das sichirgendwo in der Künstlerschaft regt, geflissentlich zudrücken, bis es entweder verdrossen geht, nach Münchenoder Paris, oder auf seine besondere Note verzichtetund sich in die Schlamperei des üblichen Handwerksergiebt.
Die Wiener Kunst würde, um das verlorene Interesseder Laien zu wecken und dem Geschmacke der Laien,der sich keinen Katli weiss, zum Bewusstsein zu helfen,sehr persönliche Werke brauchen. Die Wiener Künstler