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Malerei.
Gesellinacke der Laien und in den Werken der Künstler.Durch Widerspruch, scheint mir, könnte es gewecktwerden. Ich denke mir etwa eine Ausstellung vonradicalen Impressionisten der Franzosen, wo rechtgeflissentlich alle üblichen Begriffe verkehrt sind.Nicht um für den Impressionismus zu agitiren, durchausnicht, sondern um zu entrüsten und zu empören, weilHass immer schon besser als diese müssige Unempfind-lichkeit wäre, und um die Entrüsteten zu zwingen,ihren eigenen Geschmack herauszuholen und gegendiese Kunst der Impressionisten die andere und bessereKunst ihrer Wünsche zu stellen. Zuerst wäre nur eingrosses Geschrei: „schändlich, grauslich, verrückt!“,während die Enthusiasten jauchzen würden: „grossartig,himmlisch, famos!“ Aber dann würde Jeder doch vondem Anderen verlangen, es mit Gründen zu beweisen,und Jeder müsste seinen Geschmack formuliren.
Ausstellungen von sehr persönlichen Werken scheinenmir das einzige Mittel, um die stumpfen Bedürfnisseunserer Laien zu schärfen, ihren trüben Geschmack zuklären und die Künstler zur Entschiedenheit zu reizen.Es ist heute wahrlich kein Mangel an solchen Werken-Nie war in der europäischen Malerei der Einzelnemehr auf die besondere Note bedacht, auf das „Andersals die Anderen und Einer für sich sein“. Naturalis-mus, Freilicht, Impressionismus, Luminismus, Intentionis-mus — es sind nur viele Namen für das gleiche Ding,für den heftigen und ungestümen Drang, sich in einerbesonderen Sprache auszudrücken und Neues neu zusagen. Das Persönliche um jeden Preis ist die grosseLeidenschaft der Zeit. Nie war, was uns fehlt, beiden Anderen so reichlich.
Ueberall sonst tritt heute die Originalität um jedenPreis trotzig gegen alle Ueberlieferung und Lehre.In London ist es die „Neue Galerie“, in Paris der„Zweite Salon“, in München sind es die „Jungen“