Bildende Kunst in Oesterreieli.
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persönliche Können. Keiner hat sein eigenes Gesichtder Dinge, Keiner sucht seine eigene Gestalt derDinge, sondern es ist eine schlaffe Ergebenheit in dasGewöhnliche, in eine so beiläufige, ungefühlte Kunst,die einen recht hübschen und angenehmen Schein hat,aber nichts aus innerer Notli, nichts aus dem Gesetzeeines unvermeidlichen Zwanges ist. Nur entschiedeneWerke grosser und starker Naturen, welche sichFreundschaft oder Feindschaft und eine unzweifelhafteErwiderung des Geschmackes erzwingen, könnten helfen.
Das braucht die Kunst in Oesterreich. Es istheimlich viel künstlerischer Sinn in den Laien, aberer muss geweckt und bewusst werden. Es ist mancheKraft in den Künstlern, aber sie wagt sich nicht herausund vertuscht sich. Alles geht im Schlendrian unent-schieden weiter. Ein heftiges und gewaltsames Ereigniss,an dem man nicht vorüber könnte, ohne sich deutlichzu stellen, so oder so, für oder gegen, müsste geschehen.
Es brauchte nicht einmal ein sehr grosser Künstlerund eine sehr grosse Kunst zu sein. Es müsste nurneu und besonders sein, anders, als man es gewohntist. Es müsste ein Schlag gegen das Geläufige sein,der reizen uud wirken würde. Die Leute duseln sodahin, mit einer vagen nnd halben Dämmerung vonKuust, und halten sich nur eben an die Gewohnheit:was aussieht, wie sie es hundertmal gesehen, gefällt:was aus dem Herkommen tritt, wird getadelt; wasirgendwie auf wirksame Eigenart angelegt ist, beleidigtgleich. Es gälte also ein Werk, das so ungestüm eineeigene Schönheit und seine besondere Weise hätte,dass es Jeden zur Entgegnung und damit zur Besinnungauf sich selbst und so recht eigentlich erst zur Ent-deckung seines persönlichen Geschmackes zwänge.
Man verstelle mich recht, was ich eigentlich sagenwill. Ich meine: der ganze Jammer unserer Kunstkommt daher, weil das Persönliche fehlt, in dem