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Malere i.
in Wien, und wir brauchen in allen Provinzen städtischeGalerien, welche der Staat von Jahr zu Jahr mit deut-lichen und wirksamen Beispielen der neuesten Malereiversorge, dass jede wie ein Archiv der sämmtlichenWandlungen im Schönen werde. Das würde nicht ein-mal gar so viel kosten. Man müsste nur freilich sorgen,dass das Geld nicht wieder unkünstlerisch verwendetwürde, ganz gegen seine Bestimmung. Nämlich nichtsist komischer, als wenn sich der Staat bei uns einmalentschliesst, etwas für die Kunst zu thun. Dann ge-schieht es regelmässig, dass er Talent und Bediirfnissverwechselt. Er schreibt Preise aus, aber nicht dasbeste Bild, sondern der ärmste Künstler erhält sie.Nicht nach dem Werthe der Malerei, sondern nach derNotli des Malers wird entschieden. Nicht wer es ver-dient, sondern wer es braucht, wird unterstützt. Nichtdie Kraft des Pinsels, sondern die Zerrissenheit derSohlen ist die beste Empfehlung. Wenn einer bei unseinen Preis erhält, darf man nicht etwa meinen: dermuss aber was können! Man darf nur schliessen:dem muss es aber schlecht gehen! Das ist unseremenschenfreundliche, aber sehr kunstfeindliche Ge-wohnheit ....
Ich verlange vom Staate gar nicht, dass er dieKünstler fördere, weil er leicht mehr verderben alsnützen kann. Ich verlange nur, dass er die Bildungder Laien fördere. Er sorge nur, dass das Volk sehenlerne. Er wecke den Sinn für die Form und die Farbe.Er lehre es die Sprache der Künste. Die reden dannschon für sich selber.
II. Die Kunst und die Akademie.
Ich habe gezeigt, wie der Staat der Kunstschon helfen könnte, wenn er nur, statt eine gewalt-same Zucht von Künstlern zu versuchen, lieber den