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Litteratur.
stets in jeder Zeile bedacht. Er wollte nicht sicliausdrücken und mittheilen, aus seiner besonderen Weiseeine eigene Welt gestalten und in die anderen tragen,sich in deutlichen Zeichen verkünden. Diesen Ehrgeizkannte er nicht. Sondern er wollte bloss amüsiren.Die Unterhaltung und das Vergnügen der Leser warensein Wunsch. Er trat vor sie, wie man in eine Gesell-schaft tritt, mit dem einzigen Vorsatze, recht liebens-würdig und nett zu sein und bei jedem eine guteNachrede zu hinterlassen. Er hatte darum das Verfahrendes guten Gesellschafters: er gab nicht das Persönlicheaus den verschwiegenen Gründen seiner Seele, sondernwas allen gemeinsam und nach dem herrschenden Ge-schmacke ist. Er gehörte keiner Schule an: jedesMittel war ihm recht, wenn es nur gefiel. Er hieltan der nationalen Tradition, so weit der spanischeBürger von heute noch an der Tradition hält; er nahmmanches von den französischen Realisten, wenn es derErzählung Leben, Frische und Spannung geben konnte;er liess wohl auch einmal eine lockere und bedenklicheMeinung vermuthen, aber ganz bescheiden und schüchtern,dass das junge Mädchen schon weiter lesen durfte undmit einem angenehmen Herzklopfen davonkam.
Viele suchen in der Kunst Trost und Erholungvon den Bitternissen und Enttäuschungen des Lebens;diese wollen sie in lieblich schmeichelnden Erfindungenvergessen, die nur deswegen einen Schein des Wirk-lichen haben sollen, damit sie desto glaubhafter undwirksamer werden. Solche Leute bildeten seine Gemeinde.Kein anderer Dichter hat heute in Spanien eine grössere.Die Pardo Bazan ist sehr gepriesen und verehrt; manliest ja auch ihre Bücher, weil es zur Bildung gehört;aber man liest sie aus patriotischem Stolze, nicht zumVergnügen. Der düstere und räthselhafte Pereda, derraffinirte Stilist mit dem tiefen Naturgefühl, in denalle Künstler vernarrt sind, ist den Laien sehr unbequem: