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Studien zur Kritik der Moderne
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und die Emi 1 ia Pardo Bazau, welche die gläubigsteKatholikin und die eifrigste Naturalistin ist, der heiligenTherese und Zola mit gleicher Schwärmerei ergehen,schrieb für ihn die « Cuestion Palpitante», das gescheidtesteBuch, das überhaupt in dem müssigen Zanke jemalsgedacht worden ist. Davon war nun alle Tage, langeNächte ungestüm und wild die Rede, und die Zöpfeund Bonzen der alten Schablone wurden entsetzlichgelästert. Ich habe in der kürzesten Zeit die bestenNamen und die schlimmsten Schimpfworte der Spaniergelernt.

Da war es, dass ich auch von Juan Valerahörte, de la Real Academia Espahola, wie auf seinenBüchern stellt, dem grossen Kritiker und Dichter,der jetzt als Gesandter seines Staates in Wien ist.

Es war aber seltsam, wie sie von ihm sprachen?anders als von den anderen. Er wurde merkwürdigglimpflich behandelt. Doch musste ich das fast wieeine Beleidigung für ihn empfinden. Sie sagten mitAchtung, dass sie ihn als einen grossen und tadellosenKünstler verehrten. Dann redeten sie leicht und raschüber ihn weg. Er hatte doch auch die Naturalistennicht geschont. Aber gegen ihn entrüsteten sie sichgar nicht. Ich fühlte ihn aus ihren Reden als einenMann, der offenbar etwas ist und doch offenbarnichts gilt.

Aus seinen Büchern habe ich das dann erst ver-standen. Er ist wohl der erste Meister der Form,den sie heute haben. Der hellen Pracht, der leichtenAnmuth seiner Rede kann nichts gleichen. Er ist einvollkommener Stilist. Niemand hat solche Hermosura,solche Weihe und Grazie der Form. Man mag etwaan die Parnassiens oder die englischen Prärafaelitendenken; nur dass freilich sein gelassener VerstandAlles ordnet und eine milde Reife gibt. Aber hiersind auch seine Grenzen. Der Psychologe, der Erzähler