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Litteratur.
wünscht, den Künsten nützen könnte. Sie zweifeln nur,dass sie möglich ist. Wer kann denn heute sagen,was gut, was schlecht? Was ist denn Wahrheit? Wasist Schönheit? Sie haben kein Vertrauen mehr. Siefinden immer Gründe für und gegen und was bewiesenwird, lässt sich auch verkehrt beweisen. Flaubert,hat schon geklagt, dass die Nachkommen des Rousseau,alle Romantiker gut und böse nicht mehr zu empfindenwissen, und gegen Renan getobt, der keine Entrüstungüber Unrecht kennt. Die Kritiker sind Renanisten.Sie haben gelernt, alles zu verstehen und so verzeihensie alles. Sie urtheilen nicht; sie möchten nur erklären.Sie wollen nicht: denn es kann so, aber es kann auchanders sein — sie wissen nur, dass sie nichts wissenkönnen. Sie leiden an dem grossen Zweifel. Wohersollen sie da Normen, Pflichten und Gesetze nehmen?Es fehlt der Glaube.
Brunetiere glaubt. Das ist sein Zeichen, seineKraft und seine Stellung. Er glaubt an gut und bösein den Künsten. Er hat ein verlässliches Maass derWerke: er misst sie an dem Nutzen oder Schaden, densie der sittlichen Erziehung der Menschen bringen.Er hat einmal gelegentlich des Disciple geschrieben:«Cesidees doivent etre fausses, puisqu’elles sont dangerenses.»In diesem wunderlichen Satze steckt sein Dogma: erordnet die Künstler und die Künste unter die Moral,er stellt ihnen sittliche Pflichten. Sie sollen derLäuterung und Bekehrung dienen, indem sie die „ewigen,unpersönlichen, universalen Wahrheiten“ verkünden,wie die Klassiker des siebzehnten Jahrhunderts, dieer schwärmerisch verehrt. .
Das ist wieder ein Stoss gegen die Moderne, die die„Kunst für die Kunst“ will, ohne einen anderen Zweckals sich selber, von allen Rücksichten entbunden, nur deneigenen Trieben gehorsam, wie Zola einst ihre Moralgesagt hat: «um phrase bien fctilc esl um bonne aclion.»