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Studien zur Kritik der Moderne
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Ferdinand B r u n e t i e r e.

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Temperament, Geschmack, Erziehung sie sonst trennenmögen. Der eine verfährt historisch, als chercheur quivoll dans la litterature un signe, wie Bourget von Tainegesagt hat. Der andere ist ein lustiger Advokat derWidersprüche, für und gegen mit dem gleichen Eifer,wie Jules Lemaitre. Der Dritte thut noch geflissent-lich subjektiver, wie Anatole France, der kokett be-kennt, dass er gelegentlich des Shakespeare, des Pascal,des Goethe doch nur immer von sich selber sprechenwill. Aber alle suchen stets das gleiche, nach derFormel des Lemaitre: «Impressions sinceres notees avecsoin.» Das gilt selbst von dem guten Onkel Sarcey,der nur, ohne es zu sein, dogmatisch scheint, weil erdas wunderliche und angenehme Talent hat, dass seinGefühl von den Werken immer genau das Gefühl dergrossen Menge ist. Er gibt auch nur seine Stimmung,ohne viel nach ewigen Gesetzen zu fragen. Aber dieseStimmung trifft die Wünsche des Publikums immer,des echten, das seine Plätze bezahlt. MaximilianHarden hat das neulich sehr hübsch gezeigt.

Gegen dieseImpressionisten streitet Brunetiere.Man findet seine besten Argumente in einem Aufsatzeder Bevue gegen Anatole France, vom 1. Januar 1891.Er hasst die persönliche Kritik, die alles in Zweifeltaucht und sich selber so um ihre besten Rechte, umjede psychagogische Würde bringt, ja zu einer müssigenTändelei, zu einem eitlen und tauben Spiele degradirt.Sein Gefühl zu hören, deutlich zu vernehmen, tapferzu bekennen mag dem Dilettanten, mag dem Amateurgenügen. Der Kritiker soll mehr. Er braucht Normen,um die Werke so zu prüfen, Fehler zu züchtigen unddie guten Triebe zu bestärken: denn er soll die Künstlerund die Künste leiten.

Die Impressionisten haben es nicht schwer, sichgegen ihn zu vertheidigen. Sie läugnen gar nicht,dass diese Führung durch sichere Dogmen, die er

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