M ca u r i c o B a r r e s.
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Heute lieisst er Meister, gilt neben Zola und Bourgetund hat seine Schule, die wächst. Es ist eine grosseBegeisterung um seinen Namen. Man lieht den feinenKünstler seltener, ausgesuchter Sensationen. Man amüsirtsich über den paradoxen Scherz, dass dieser «dandyde lettres» als Boulangist candidirte und der Abgeordneteder Socialisten von Nancy wurde. Man verehrt dieköstliche Form seiner hellen, knappen, straffen Sätze,die doch unsäglich melodisch und wie in Flieder getauchtsind. Aber die Freunde, die Schüler verlangen fürihn noch eine besondere, über die Litteratur greifendeWürde. Sie rühmen gern in dunklen, schauerlichenWorten seine Philosophie, als ob da endlich die Er-lösung aus allen Qualen und der Friede wären. Siestellen ihn neben Schopenhauer und Kant. Sie redenvon ihm als den Apostel der Zukunft, wie etwa diedeutsche Jugend jetzt von Friedrich Nietzsche redet.
Man muss also prüfen, ob er wirklich ein Philosoph,ein neuer Philosoph und, wie siq meinen, der eigent-liche Philosoph der Zeit, jener Heiland unserer Sehn-sucht ist, der für alle Käthsel, alle Zweifel eine tröstlicheWeisheit hat. Man muss sein System oder Avas dafürausgegeben Avird, prüfen. Es ist in drei Büchern mit-getheilt: «Sous l’ceil des barbares», «Un bomme libre»,aLe jardin de Berenice»; zwei zierliche Heftchen, »Huiljonrs che\M. Renan» und «Trois stations de Psychotherapie»jglossiren es, und in '«L’ennemi des lois»*), der vor einerWoche erschienen ist, Avird es an einem besonderenFalle verhandelt.
Die Barbaren, gegen die er um Freiheit streitet,sind die „Anderen“, die Fremden. Er lässt nichts geltenals das eigene Ich. Das Andere ist morsch und sclmach.Was immer sonst Kraft und Richtung geben mochte,alle Moral, Religion, das nationale Gefühl Avankt. Wir
*) Alles bei Perrin & Cie. Paris.
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