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Studien zur Kritik der Moderne
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Edouard Rod.

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er prüft ihre Folgen und AVirkungen; er entscheidetüber sie als Mittel der sittlichen Entwicklung, alsBestimmungen des öffentlichen Geistes, als fadeurs dela soeiäe conlemporaine.

Darum verdient das neue Buch*) von Bod nach-denkliche Achtung, weil es das Aestlietische unterdas moralische Urtlieil ordnet. Dieses Verfahren istdurchaus unfranzösisch: aus diesem rein künstlerischenVolke, Avelches nur dem Geschmacke und seinem heftigenDrange zur Schönheit folgt, konnte es niemals entstehen.Es ist deutscher Import, wie die modische Schopen-hauerei und die AVagnersclie Musik; unter den Deutschenlange in Kraft, von Gentz und Adam Müller her überBodbertus bis auf Treitschke und Sclnnoller herab,und selbst den Künstlern, denen es doch durchaus gegenden Beruf und die eigentliche Natur ist, vertraut, jabeinahe selbstverständlich. Ein seltsames Bild, wiedie letzte französische Decadence überall die erstedeutsche Romantik aufnimmt: Barres den individua-listischen Terrorismus von Fichte, Bod die staats-sozialistischen Ideen der nationalen Reactionäre. Manmag einwenden, dass Bod Schweizer ist, wie jeneandere romanische Natur mit dem germanischen Geiste,wie Amiel Professor an der Genfer Universität; aberer könnte nicht wirken und Anhänger versammeln,wenn nicht schon eine allgemeine Disposition des Geistesbereit wäre, welche auch durch die Pariser Erfolgevon Ibsen bezeugt wird.

Das neue Buch ist durchaus Kritik des Moralisten.Es fragt nicht nach der Künstlerscliaft der Werke;ihr Werth an Schönheit und Kraft ist ihm gleich.Es fragt immer bloss nach ihrer moralischen Verfassungund welche sittlichen Ideen sie enthalten. Es hatgewiss auch im Einzelnen manchen Reiz: wie es die

*) (f Les ide'es morales du lemps present.» Paris. Pcrrin & Cic.