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E d o 11 a r d K o d.
ilm unstät und wurde eine schlimme Furcht vor derZukunft, vor dem neuen Geschlechte, wie dem das heutigesich dann wollt verantworten könnte, dass es solcheErbschaft hinterlassen. Und er dürstete nach einerAntwort auf die vielen Fragen, nach einer verläss-lichen Gewissheit, nach einem festen Glauben, an denman [sich wie an einen rettenden Balken klammernkönnte dans l'ocäan d’incertitudes oh nous ßottons.
Diese Stimmung ist keine neue: Bourget hat ausihr die unvergängliche Vorrede seines «Disciple» ge-schrieben und aus ihr wurden die Erfolge der russischenRomane, aber erst Rod hat muthig die Fülle ihrerTriebe entfaltet und alle Forderungen, welche siebringen,auf sich genommen, aus dem Künstler und Kritikerdurch sie zum Moralisten verwandelt.
Spuren des Moralisten waren an ilnn lange ver-nehmlich; er hatte immer neben der Delicatesse derNerven ein feines, empfindliches, um das Gute undBöse zärtlich bekümmertes Gewissen; nur musste esoft vor den heftigen Begierden des Künstlers, welcheum jeden Preis schöne und seltene Reize forderten,mit Geduld verstummen. Aber jetzt ist es mächtiggeworden und verdrängt jede andere Neigung undRücksicht. So geschieht das Wunderliche, dass erauf einmal in den schärfsten Widerspruch zu seinenAnfängen gesetzt und die Linie seiner Entwicklungplötzlich nach der anderen Seite umgebrochen wird,welche seiner Herkunft und seiner Geschichte geradeentgegen ist.
Er kam von den einsamen und stillen Meisterndes Nervösen. Moral, Vaterland und Menschheit —das waren ihnen leere Worte ohne Sinn; sie fühltensich nur als Künstler und fühlten nur für die Kunst.Das tadellose und vollkommene Werk, durchaus nachder Absicht gerathen und eine vollendete Schöpfung,war der einzige Zweck, die einzige Norm ihres Lebens.