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Studien zur Kritik der Moderne
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E d o u ar d Ko d.

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Krankheiten des Geistes mit einer unheimlichen Gesund-heit der Form erklärte; aber es fehlt ihm seine an-steckende und mittheilsame Kraft. Er bringt seineSensationen nur an den Verstand; Mitgefühl vermager nicht zu erzwingen. Er verrichtet alle Vorarbeit:die Beobachtung der Nuancen, ihre Aufnahme undAnalyse; aber ihre Fleischwerdung in uns, den eigent-lichen Prozess der Kunst müssen wir aus eigenem dazugeben. Er hat keine angreifende, unterjochende undfortreissende Kraft vielleicht dass sie unter seinemTrop de rdflexion verkümmert und erlahmt ist; darumschmachten seine Helden auch immer in Qualen nachLeidenschaft.

Seine Romane lesen sich wie Kritiken seiner Romane,welche nur den Inhalt angeben wollen. Es wird Allesimmer nur vor den Verstand, niemals in [das Gefühlgeführt. Er erzählt von seinen Vorwürfen, aber erkann sie nicht mittheilen. Er hat schöne Mittel unddie vornehme Würde seines Stiles verdient Ruhm,welche jede Taschenspielerei verschmäht und lieberetwas verschweigt, als dass sie plump und breitschweifigwürde, mit einem deutlichen Ehrgeiz nach der hellenund rapiden Sprache des 18. Jahrhunderts. Aber ervermag mit aller Kunst den eigentlichen Beruf desKünstlers nicht: er drückt sich aus, aber er drücktes nicht in uns ein wir müssen nicht mit, wennwir nicht wollen.

Es ist vonVielen gesagt worden, er sei keinKiinstler.Aber gerade darum, weil er nicht in das Gefühl dringt,sondern bloss an den Verstand, aber doch im Grundeeine künstlerische Natur ist, gerade darum ist er imKritischen vortrefflich. Er hat ein grosses Talent, sichdurchaus mit fremden Nerven zu bekleiden, durch fremdeSinne' zu erleben und sein Denken in die MethodeAnderer zu verwandeln aber immer dabei sein ge-lassener Zuschauer zu bleiben, der neugierig beobachtet