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Studien zur Kritik der Moderne
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L i 11 c r a t u r.

viel Fehde und Zwist: man wusste nicht recht, wohiner registrirt werden sollte, und wenn man ihn einmalin einer Schule glücklich untergehracht glaubte, dannwurde es sicherlich sogleich von seinem nächsten Buchewiderlegt. Er ist eine Zeit unter die Decadents gezähltworden, aber einen seiner Romane hat die Akademiegekrönt. Er schien eine Weile, in der Wollust dersensationellen Künste, wie ein Nebenbuhler des MauriceBarres, bloss auf die Bereicherung des Ich mit seltenenGefühlen unermüdlich bedacht, aber neuestens mag ereher für einen Bussprediger der reinen Sitte gelten,der zur Einfachheit und Demnth ruft, und, nach demBeispiel der Russen, für einen Priester der religion dela sonffrance humaine. Die Einen schelten ihn einengebleichten und verdünnten Bourget, der schal, fadeund ohne Geschmack sei; aber Vielen ist er eine tröst-liche Hoffnung, der sie vertrauen.

Das auffälligste Merkmal seiner Werke ist eineunsägliche Empfindsamkeit gerade für die unendlichkleinsten, feinsten und leisesten Niiancen. Man mussgleich an die Goncourts denken: es ist der nämlichetact sensilif de 1impressionahiiitö, die nämliche sensibilildde nevropathes, die nämliche Feinhörigkeit auf die stillstenRegungen in und zwischen den Gefühlen. Er ist hell-süchtig in den Schatten der Empfindungen wie einNachtwandler, aber der zugleich sein eigener Arztund Wärter wäre immer mit ruhig beobachtendemund verzeichnendem Verstände neben sich her, der ineiner nüchternen und gelassenen Sprache, wie um einenAvissenschaftlichen Befund abzugeben, deutlich berichtet.Dieser Verein von hysterischer Empfindlichkeit und derkalten Strenge des unbekümmerten Forschers ist ganzseltsam: Avas sonst höchstens die Lyrik in schwülenund gleich Avieder verdampfenden Gleichnissen eiligstreift, das bringt er umständlich in kritische Noten.Darin mahnt er an Baudelaire, der auch die Avirrsten