fl. Macasy.
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R ii 11 i n g: Warum nicht ? Weil das eben nur ganz besondereMenschen sind, die sie haben . . . solche die ein Schicksaldurchlebt . . die einen grossen Schmerz durchlittcn — wissenSie denn das auch ?
Lora: 0 doch! — Aber sehen Sie . . . ich . Gott! — ich denk’mir (las Alles bloss so . . . denn ich hab’ wahrlich nichts er-lebt, was lohnte ...
II ii 11 i n g: So ? Wie Sie das sagen ! — Wirklich gar nichts ?
Lora: Mein! — Was denn auch? Früher, da lebte ich so dahin,einen Tag wie den anderen, — ich spürte fast nicht einmaletwas davon . . Ilcrnach kam eine kleine Aufregung, einekleine Verschiebung bloss, — vom Parterre unten hier heraufin den ersten Stock, — das war das Ganze! — Und nunwieder der alte Gang — das alte ausgcwerkelte Lied . . .wieder dieselben Morgens und Abends . . . Mein Leben! . .Sie, — alter Freund, — das wäre bald geschildert . .: einweisscs Blatt Papier und einen Einband darum.
R ii 11 i n g : Das klingt nicht heiter ! —
L o r a: Kommt mir auch manchmal so vor. Aber, was will manmachen? — Man muss sich höchstens damit trösten, dass csüberhaupt nicht viel Heiterkeiten gibt, und das Wenigezusammensuchen, was wirklich danach aussieht, als ob’sheiter wäre. So könnte man sich doch zuletzt in das seligeBewusstsein hineinlullen, dass man auch „mitgemacht hat
in Glück und Zufriedenheit, in Leben und Liebe’ 1 . — —--
Aber das ist eine saure Arbeit, — die erspar 1 ich mir. (Esentsteht eine längere Pause.)
Rötling (lächelnd): Da sind wir allmählig recht trist ge-worden, . . . das geschieht mir bei Ihnen immer so. . . .(Pause.) Schade! —
L o r a : Was, schade ?
ltiitling: Dass ich schon einmal bei Ihnen durchgefallen bin.
L o r a (lachend): Können Sie mir das noch immer nicht verzeihen ?
R ü 11 i n g (komisch ernst): Nein ! — Glauben Sie mir, i c h hätteSic besser verstanden, — als der dumme Ludwig mit seinemfeierlichen Gesicht.
Lora: Möglich. Aber das ist nun schon lange passe. Sic sehcn’sja . . ich komm’ mit Ludwig recht gut aus . . und wir zweisind die besten, alten Freunde von der Welt geworden . . .was wir sonst vielleicht nicht geblieben wären.