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L i 11 e r a t u r.
den Künstler verbürgt: zwischen der Heldin Lora unddem alten Bezirksrichter Kütling.
R ii t 1 i n g : Uns kann es recht sein. (Zu Lora.) Hie bestechenwir, nicht wahr? — (Haller lachend ab.)
Kütling (nach einer Pause): Nun? Was jetzt? — (Macht dieBewegung des Clavierspielens.) — keine Fortsetzung?
Lora: Nein ! Ich danke ! — (Schlägt den Deckel zu.) — Plauschenwir eins! (Steht auf.) Aber da ist’s nicht gemfithlich. —
K ii 11 i n g (ebenfalls äufstehend): Nun, wo denn ?
L o r a : Dort zum Ofen. Dort ist’s hübsch warm. — (Beide gehen hin.)
Kütling: Sie habcn’s auch wirklich so lauschig . . .
Lora: Nicht wahr? — Ich verlang mir’s gar nicht, auszugehen.
Kütling: Ist bei dem Wetter auch kein Vergnügen. (Lehnt sichbehaglich zurück.) Dagegen hier, im warmen Winkel, undhinausschau’n. wie die Flocken uni's Fenster tanzen, wie sieder Wind durcheinander jagt, sausend und pfeifend . . unddie Dämmerung dazu, so’n melancholisches Halbdunkel, ausdem sich alles machen lässt, was man will — schön still ringsumher, kein Laut, als das Pfeifen und Sausen des Windesund das Ticken der Uhr dort drüben — — und allenfallsdas eigene Herz, . . das ist so die richtige Stimmung . . .Da verlangt man sich die ganze übrige Welt nicht .mehr . .man hat an sich selber genug . . .
Lora: Und eins haben Sie vergessen .... das gehört auchdazu . . . eine leise Stimme im Innern, — aber wirklich ganzleise ganz flüsternd . . die erzählt . . von vergangenen Dingen,heiteren und traurigen, — und die alles kritisirt, was mangethan hat, Gutes und Schlechtes, Schönes und Hässliches . . .und diese grübelnde Stimme bohrt sich immer tiefer undtiefer, auf die letzten, dunklen, wunden Punkte aus der Ver-gangenheit und sie holt alles hervor und erzählt es, malt esaus, — so dass in der Dämmerung die Bilder aufsteigen,— von Personen und Ereignissen, — von verhassten und ge-liebten Menschen . . . alles, alles . . und wie die Uhr tickt . .eins, zwei, drei ... so wechseln auch die Bilder . . einesjagt das andere, . . schattenhaft tauchen sie unter und wiederneue kommen herauf und die Stimme im Innern spricht denText dazu und der Wind draussen pfeift die Melodien.
R ii 11 i n g : Ja Ja! — Das sind die Andachtstunden der Seele, . .wie Sie sich darauf verstehen, Frau Lora!, — Wie Siedas zu schildern wissen! — Man könnte fast glauben, Siehätten selber . . .
Lora: Solche Stunden? Warum nicht?