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Studien zur Kritik der Moderne
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Litteratur.

wolil auf die nächsten Probleme der Entwicklungzeigen.

Man sieht es auf den ersten Blick, man hört esan jedem Worte, dass er der Moderne gehört. Erenthält den ganzen Zusammenhang ihrer Triebe, von denAnfängen des Zolaismus bis auf Barres und Maeterlinck,und ihren unaufhaltsamen Verlauf über sich selberhinaus. Sie sind alle in ihm, in festen, deutlichenSpuren, aber er ist mehr als sie, mehr als jeder einzelne,mehr als ihre Summe. Er ist durchaus neu weitausder neueste, welchen ich unter den Deutschen weiss,wie eine vorlaute Weissagung ferner, später Zukunft;aber an ihm fehlt jenes Krampfhafte, Mühsame, Er-zwungene der anderen Neuerer. Sein Geistschwitztnicht. Er hat das Fröhliche, das Leichte, das Tänzerische,von dem die Sehnsucht Nitzsches träumte. Was erberührt, wird Anmuth, Lust und Schönheit. Von densuchenden Qualen weiss er nichts, von den Marternder ungestillten Begierde, die rathlos irrt und sich nichtverstehen kann. In ihm ist kein Bingen und Stürmenund Drängen, kein Zwist von unverträglichen Motiven,kein Hass zwischen erworbenen Wünschen und geerbtenInstincten; in ihm ist alles zu heiterer Einheit wirksamausgesöhnt. Das mutliet so klassisch, geradezu hellenischan, dass er in der AVeise der Alten neu ist, als einmüheloser Könner, ohne jenen Best unbezwungenerBäthsel, der quält.

Das andere Moment ist noch seltsamer, nochfremder. Ja wenn ich ganz aufrichtig sein soll:es ist mir oft unheimlich. Seine grosse Kunst hat keinGefühl; es gibt in seiner Seele keine sentimentalePartie. Er erlebt nur mit den Nerven, mit den Sinnen,mit dem Gehirne; er empfindet nichts. Er kennt keineLeidenschaft, keinen Elan, kein Pathos. Er sieht aufdas Leben und die AVelt, als ob er sie von einem fernenStern aus sähe; so sehen wir auf Pflanzen oder Steine.