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Studien zur Kritik der Moderne
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Loris.

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erst ein Thema brauchte; vom nächsten Wegerich deszufälligen G-espräches seitwärts nach versteckten Gründen,wo in wunderlichen Dolden seltene Gefühle blühen,und zugleich über fünferlei, kunterbunt durcheinander,und wenn er was erzählen will, erzählt er sicher wasanderes. Ohne Pose, nur dass er jedem ein besonderesStück seiner Natur bietet. Ich erkannte ihn jetzttäglich deutlicher und tiefer.

Und nun ist der junge Herr über Nacht aufeinmal berühmt; man muss es schon mit solchemgrossen Worte nennen. So jäh, so heftig und so weithat lange nichts in Wien gewirkt als dieser kurzeAkt von raschen, scheuen Versen.*) Alle Gruppen derModerne, sonst so tausendfach entzweit, und dieempfindlichsten Hüter der ältesten Schablonen wett-eifern an Jubel und Begeisterung. Das geschwinde,flüchtige Gedicht heisst bald das definitive Werk desNaturalismus, bald der Erstling jener künftigen Kunst,die den Naturalismus überwunden haben wird, balddie Wiedergeburt des klassischen Stiles, von dem mansich überhaupt niemals entfernen dürfte jeder findetseine Kunst darin, die Formel seiner Schönheit. Undes wird wohl eines ebenso richtig sein als das andere.

Ich wäre dem Heftchen ein schlechter Kritiker.Es fehlt mir die Distanz. Ich würde ungerecht im Lobewie im Tadel. Ich trage aus seiner Natur in diesebunten Reime, was in ihnen vielleicht gar nicht ist,und umgekehrt wieder, indem ich den Ausdruck seinerganzen Natur von ihnen verlange, finde ich manchesdürftig und unzulänglich, das sonst wohl für makellosund ohne Tadel gelten mag. Ich will lieber bloss diezwei Momente sagen, welche diesem Werke und seinerWeise überhaupt solche Besonderheit geben ichbegreife sie noch kaum, aber mir ist, als könnten sie

*)Gestern, Studie in einem Akt, in Reimen. Verlag derModernen Rundschau.