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L i 11 c r a t u r.
die Hand, eine weiche, streichelnde, unwillkürlichcaressante Hand der grossen Amoureusen, wie dieleise, zähe Schmeichelei verblasster alter Seide, undsagt beruhigend: Ich bin nämlich Loris. Damals muss ichwohl das dümmste Gesicht meines Lebens gemacht haben.
Ganz jung, kaum über zwanzig, und ganz wienerisch.Cherubin — Gontram oder Guy, aber ins Theresianischeübersetzt — und Kainz, so etwa lassen sich die Elementeder ersten Empfindung sagen. Das Profil des Dante,nur ein bisschen besänftigt und verwischt, in weicheren,geschmeidigeren Zügen, wie Watteau oder Fragonardes gemalt hätte; aber die Nase, unter der kurzen,schmalen, von glatten Ponnys überfransten Stirne, wieaus Marmor, so hart und entschieden, mit starken,starren, unbeweglichen Flügeln. Braune, lustige, zu-trauliche Mädchenaugen, in denen was Sinnendes,Hoffendes und Fragendes mit einer naiven Koketterie,welche die schiefen Blicke von der Seite liebt, vermischtist; kurze, dicke, ungestalte Lippen, hämisch undgrausam, die untere umgestülpt und niederhängend,dass man in das Fleisch der Zähne sieht. Ein feiner,schlanker pagenhafter Leib von turnerischer Anmuth,biegsam wie eine Gerte, und gern in runden Linienein wenig geneigt, mit den fallenden Schultern derraffinirten Culturen, von ungeduldiger Nervosität,aber die nicht wie jene des Kainz, an den man immerwieder denken muss, aus den Fingern sprüht, sondernin den hastigen Beinen ist, die immer zappeln. Abervor allem in jeder Geste, jedem Ton, der ganzenHaltung was unsäglich liebes: das gewisse österreich-ische „lieb“, das sich wie ein ewiger Mai in demlinden, lauen, traulichen Accent des Wieners und inseinen Walzern wiegt.
Von diesem Tage fanden wir uns oft und gingengerne in den Gärten, zwischen Akazien und Jasmin.Er konhte plaudern, leicht, ungesucht, ohne dass er