Loris.
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wo Schönheit, Maass und Würde mühelose Erbschaftist-, in Kalksburg hei den Jesuiten aufgezogen, daherdie dialektische Verve, die logische Akrobatie, dasSchachspielerische seines Verstandes. Zwanzigjährigbei unserer Legation in Paris, ein geistreicher Bummlerdurch alle Raffinements, Viveur im grossen Stile jenerwilden Tage — davon klebte an seiner Sprache dieserschwüle, siissliche Parfüm, wie letzter Nachgeschmackam anderen Tage von Champagner, und ich dachtemir ihn gern, wie er damals mit der glücklichen Neu-gier der Jugend den Musenhof der Prinzess Mathildestreifte, an Flaubert, den Goncourts und Turgenjewvorbei, und jene gelebte Kunst durch die Spalteschimmern sah. Aber dann, nach dem Falle des Reiches,enttäuscht, ernüchtert, müde, vom Dienst weg in ein-sames Sinnen verzogen, auf langen, langsamen Reisenerweitert und vertieft, ein stiller, heimlich freudigerDilettant. Jetzt mochte er in einem stadtentrücktenWinkel irgendwo seine heiteren Träume verspinnen,zwischen grossen Büchern, tiefen Bildern, seltenenKrystallen, auf stumme Gärten hinaus, von hellenComtessen verwöhnt, Sonderling, ein bisschen schrullen-haft, manchmal wohl auch ein wenig Poseur, um fremdenGefühlen, unverträglichen Erlebnissen, getrennten Er-innerungen Einheit zu geben, dem inneren Sinne desLebens beschaulich zugethan, aller vergangenen Schön-heit voll und lüstern, eine künftige zu vermuthen. Sostand er in jedem Satze — nur wie er wohl bloss aufdie närrische Marotte gekommen sein konnte, sich auchum das irre Stammeln der neuen deutschen Kunst zukümmern, das blieb vorläufig ein Räthsel ....
Nächsten Tag wieder im Cafe. Ich sitze, lese, plausche.Plötzlich schiesst, aus der andern Ecke quer durchsZimmer, wie von einer Schleuder, ein junger Mann mitunheimlicher Energie auf mich, mir mitten ins Gesichtsozusagen. Ich erschrecke ein wenig; er lacht, gibt mir