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Studien zur Kritik der Moderne
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Ich warf bestürzt den Löffel weg und rührte den Kaffeenicht weiter.

Man muss das Elend der deutschen Kritik an deneigenen Nerven erlebt haben, um meine Verblüffungzu begreifen. Da war endlich einmal einer, der nichtnach abgegrasten Phrasen, nicht nach den Schlagwortender Schulen, auch nicht aus der zufälligen Stimmungseines besonderen Geschmackes sprach, sondern in denKünstler ging, auf seine wirren Dränge horchte undan ihrem Maasse seine Kunst entschied. Da war ein.mal einer, der die ganze Zeit, wie tausendfältig siesich widersprechen und bestreiten mag, in seinemGeiste trug, mit jener ängstlichen Gerechtigkeit desBourget, von dem man gesagt hat, dass er se croiraitberdn dhonneur si une senk Manifestation dart lui dtaitreste'e incomprise. Da war endlich ein Psychologe undPsychagoge. Und alles das in der leichten, ungesuchten,gern ein wenig ironischen Anmutli des Lemaitre; mitso viel Grazie wurde ich von ihm zerzauset und zer-zupft, dass ich es vielmehr wie eine Liebkosung empfand.Es konnte nur ein Franzose sein, unbedingt.

Nun rannte ich besessen durch die Stadt:Wer ist Loris? Wer ist Loris? Ich traf ein paarHerren von der Kedaktion dieser Zeitschrift: um

Gotteswillen, wer ist Loris? Ein Franzose, von demich nichts wusste ich schämte mich so tief! . Sielächelten seltsam, gutmiithig von oben, wohlwollendund spöttisch zugleich, wie wenn ein vorlauterFratznach dem Christkindel fragt. Und es ist doch natürlichein Franzose? Da wurde es schon ganz unhöflich, wie sielachten. Sie machten mich nervös. Aber sie versprachen,dass ich ihn sehen sollte in den allernächsten Tagen . . .und dabei lachten sie noch immer hochvergnügt in sichhinein, wie über einen Hauptspass. Es war aber nichtsweiter herauszukriegen, als das es kein Franzose, sondernnur ein simpler Wiener war. Sie werden schon sehen!