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Studien zur Kritik der Moderne
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Litt erat tir.

entschieden wurde, das auf mich mehr als irgend einanderes der letzten zehn Jahren in Deutschland gewirkthat; sondern weil ich das Gefühl mit allem Fleisse nichtverwinden konnte, dass hier noch ganz was Anders alseine einzelne Schöpfung entschieden würde: ein Stückchenunserer literarischen Zukunft, vielleicht sogar derBang Berlins in der Führung des Geistes. Für vieleFragen um unsere Entwicklung schien es mir die Probe.

Damals, als vor etwa acht Jahren das von denKünsten unbeachtete Berlin auf einmal Grossstadt imGeiste wurde, indem es zuerst in Deutschland und gegendas übrige Deutschland dem Naturalismus zum Siege half,da glaubten die Berliner sich plötzlich an der Spitzeder deutschen Entwicklung und immer noch rühmen siestolz ihren nervösen Drang nach vorwärts, von der Auf-führung derGespenster ohne Bast über dieFreieBühne bis zur Eroberung der grossen Theater durchdie neue Schule. Mir aber wollte es von Anfang anvielmehr scheinen, als hätten sich nur zufällig dieseseinemal das augenblickliche Bedürfniss der Zeit unddas ewige Bedürfniss dieser Stadt getroffen, indem dernüchterne, pedantische Naturalismus, der Alles aus demkritischen Verstände besorgt und jede andere Biick-siclit, jede unlogische Begung von Gefühl und Stimm-ung schweigen lässt, vortrefflich mit ihrer Ueberliefer-ung stimmte, die von Nicolai her unveränderlich diegleiche geblieben. Als die Dichtung naturalistisch undeine Thätigkeit des Fleisses, des Verstandes wurde,eine Sitzarbeit der Geduld, da musste die Führungan die Berliner. Aber mit dem Naturalismus wäre siesicherlich Avieder vorbei. Seine Uebenvindung und dieEntwicklung zu irgendeiner neuen Poesie müsste ausserund gegen Berlin geschehen. Mancher Avtirde freilichkritische Erkenntniss genug besitzen, sie zu begreifen,ja mit sicheren Argumenten zu verlangen. Zur Er-füllung hätten sie niemals die Kraft. So schien mir