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Studien zur Kritik der Moderne
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Adalbert von G o 1 d s c, h m i d t.

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Die Wiener werden erstaunt sein. Sie hätten dasnicht gedacht. Sie kennen ihn, gewiss! Aber siekümmern sich nicht um seine Kunst. Die Wienerkümmern sich nicht um Wiener.

Jeder kennt ihn. Wer ihn das erstemal sieht,fragt. Und man vergisst ihn nicht wieder. Er fälltauf. Nicht eigentlich so sehr durch die kräftigeSchönheit seiner Erscheinung, als vielmehr durch einenbesonderen und seltenen Geschmack, der ihr alleingehört, durch eine befremdliche Mischung sonst unver-bundener Reize.

Im ersten Moment, wenn man den löwischen Kopfunter den üppigen, weichen Locken das erstemal sieht,wirkt er als derschöne Mann. Natürlich nicht derschöne Mann vom Friseur, der Geck, von dem diejungen Mädchen träumen, sondern in eine künstlerischeWürde gerückt, etwa wie Carolus Duran oder PaulHeyse. Natürliche Anmutli, der hergebrachte Stildes Metiers, wie man sich seit Beethoven eben einenmusikalischen Schädel denkt, vielleicht auch ein kleinbisschen Coquetterie finden sich zu einem decorativenEffecte. Aber wer sich nähert, wie, wenn er plaudert,die harten und bronzenen Züge sich plötzlich von jedemleisen Wechsel des Geistes geschmeidig verändern undunstät, tausend eilige Gefühle spiegeln, empfindet nurnoch den Causeur, den hurtigen Taschenspieler desGespräches, unerschöpflich an immer neuen Drolerien,aber die nicht die steife Grazie des Salons, sondernGluth und Schwung wie von Sonne und Meer, diebunte Pracht der heissen Länder, was Provengalisches,Andalusisches haben. Er ist keiner von den Causeurenaus dem Gehirn, sondern der üppige Erwerb derNerven und der Sinne, die unersättlich den Tumultdes Lebens in sich schlürfen, sprudelt und zischt inprasselnde Raketen aus. Es ist etwas Dionysischesan ihm, ein jauchzender Drang in die Lust und Fülle