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Studien zur Kritik der Moderne
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L i 11 c r ;i t n r.

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dass er nicht der Losung des Tages folgt, dass ersich nicht nach den Launen der Menge fälscht, dasser die tausend Geständnisse an den gemeinen Geschmack,die Verzichte auf sich seihst, den knechtischen Gehor-sam der Macher verschmäht, dass er nur den eigenenDrang hört, mit der träumenden Unschuld der Blumen,welche unwissentlich Avachsen, und dass er so dasWort des La Mettrie auf sich Avenden darf, der schaffenAA'ollte, als flöge seine Seele einsam durch die Weltund redete mit sich selber diese Ehrlichkeit istauch an Anderen, ja unzertrennlich vom Künstler.Nur gibt es da noch allerhand Grade. Dass er, nurAvas er erlebt, und nur Avie er es erlebt, gestaltendarf, ist das Gesetz des Künstlers. Aber soll er es,nur Avährend er es erlebt, nur in der Ergriffenheitgestalten dürfen? Darf er nicht, wenn jetzt der Drangfehlt, aus den Trieben von Einst in die Formen vondamals schöpfen? Darf er nicht, Avenn schon keinenAnderen, doch immer sich selber copiren? Das istheute, wo der Poet nicht mehr in der Gunst der HöfeAvandelt, heiter geniessend, bis der schöpferische Kausch,die Gnade der Verzückung, das heilige Fieber kommt,sondern nach dem Stücke erwerben, verdienen muss das ist heute kaum möglich. Es gilt, Avie manauch sinnen und suchen mag, bei uns von keiner Grösseals von Saar.

Das ist der feine Zauber seiner Werke. Nichtsscheint gesucht, gemacht, gewollt; Alles Avächst undAAÜrd von selber; Alles trägt die edle Weihe derEmpfängniss. Er hat die sonst verlorene Poesie desalten Poeten aus der guten Zeit, da jedes bunte Wort,jeder Blüthenzweig von Reimen ein Geschenk derMuse war.

So Avird er Avie ein moralisches Muster empfunden,dem man gerne folgen und sich in diesen Nöthen derKunst vertrauen möchte. Die Versuchungen sind heute