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Studien zur Kritik der Moderne
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Hier wird Jubel, festliches Gedränge heute, daer sechzig ist, um den Dichter sein, der mit der hellen,derben, gelüfteten Miene, den scharfen, weiten, spähen-den Blicken, den breiten, gemächlichen, vagantenGesten eher einem Jäger, Reiter, Oekonomen gleicht,und seine soldatisch enge, ungeräusperte, stossendeStimme wird in verlegenen Tönen der Rührung tasten.Blumen, Kränze, Briefe, Gedichte und Diplome derganze Apparat wird spielen, wie man eben die grossenMänner ehrt, wenn sie es nicht mehr brauchen. Aberin den geläufigen Formen der üblichen Freude wirdeine besondere, eine fremde Note nicht fehlen.

Die Stadt wird ihre Redner schicken. Aus derGesellschaft wird man kommen. Die Concordia wirdihn feiern. Aber in den Lärm der lauten Namenwerden schlichte Grüsse unbekannter Liebe dringenund einsame Träumer, neue Jünglinge, von welchennoch Niemand weiss, werden schüchtern schreiben,wie innig sie ihn in Demuth verehren. Und das istin unseren Tagen von Zwist und Hader der verbittertenParteien die ungemeine Anmuth dieses liebenFestes, dass es alle Menschen in Oesterreich, die nurein bisschen das Schöne pflegen, mit der gleichen Er-griffenheit, mit der gleichen Begeisterung fühlen.Künstler und Laien, dieAlten und dieJungenalle Gruppen sind einig.

Das ist selten. Ich weiss heute kaum einenanderen Fall. Zola wird von der ungestümen Jugendals dieser dicke Bourgeois von Medan verhöhnt, undBourget heisst ihr der Beichtvater für die reifereJüdin. Ibsen und Björnson haben nur ihre engenGemeinden. Die Naturalisten ermüden nicht, Heysezu lästern, und Spielhagen wird neuestens selbst deneigenen Leuten verdächtig. Man könnte höchstens anFontane in Berlin etwa denken, wo jedoch die Ver-ehrung aller Schulen mehr der Person und dem Alter