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Brandscheu „Alles oder nichts“ und keiner traut demanderen .
Man hat mir in diesen Tagen ein Heftchen ge-schickt, ein liebenswürdig rosenrothes Heftchen vonknapp 53 Seiten, aber umstlirzlerisch in jedem Satzeund aufrührerisch gegen alle Gewalten des Himmelsund der Erde. Das kann als ein vortreffliches Schul-beispiel dienen, wie sie da unten sind, die neuen DonQuixotes am Manzanares und am Tajo. Es ist sehrlächerlich und sehr rührend zugleich. Lächerlich durchdie knäbisclie Zuversicht, dass alle Welt seit so vieltausend Jahren ganz heillos elend und in Notli gewesen,aber jetzt sofort, wenn sie nur das Büchlein ernsthaftliest und seine Rathschläge beherzigt, aus allen Leidengleich erlöst und des ewigen Glückes gewiss ist; undrührend durch den selbstlosen Trotz gegen die falschenGrössen und die opferwillige Sehnsucht nach den fernenIdealen. Es ist von Don Manuel Lorenzo D’Ayot,einem begeisterten Jüngling, der lange schon alleVereine von Madrid mit Vorträgen über die neue Kunstheimsuchte und manches harte Missgeschick erfahrenhat, er litt unsäglich darunter, wie er erzählt, dasser von Jahr zu Jahr noch immer nicht grossjährigwurde und deshalb nach dem spanischen Gesetze keineigenes Blatt redigiren durfte. Ausser dem persön-lichen Unglück schmerzte ihn aber auch die Schmachdes Theaters, weshalb er die Gründung einer freienBühne versuchte, und später wieder, als er endlichsein eigenes Blatt besass, schmerzte ihn wieder der Mangelan Abonnenten, weshalb er dieses rosige Heftchenverfasst hat.
Alle Merkmale der spanischen Moderne sind darinwie auf einer Musterkarte versammelt. Der Hoch-mutli gegen alles, was vorher geschah, und der einsameStolz, der alle Hoffnungen der Menschheit erst vonsich selber an datirt, verächtlich gegen die Narren und