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Studien zur Kritik der Moderne
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Vom jüngsten Frankreich.

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spricht unablässig' über das Drama von morgen, überden Roman von morgen. Man verzeichnet viele Wünscheund Forderungen. Man entwirft kühne, umständlicheProgramme. Alles erdenkliche geschieht, nur der er-sehnte Roman selber, das ersehnte Drama selbst wollennoch immer nicht kommen.

Ich habe wenig Vertrauen auf die vielen Rezepte.Man macht die Litteratur nicht wie eine Mehlspeise.Die gute Absicht und der eifrige Fleiss helfen nichts:die grossen Erneuerungen der Künste sind immer un-bedacht, meist unbewusst geschehen.

Ich glaube nicht, dass verständige Grundsätze,die Erkenntniss der geistigen Begierden, die Einsichtin den Drang der Entwicklung dem Künstler nützen.Die Kunst ist eine unverdiente Gnade, launisch undunberechenbar. Der Verstand vermag nichts über sieund wirbt umsonst. Sie lässt sich von ihm keineVorschrift gefallen. Er kann ihr nur gehorchen, ihrenNeigungen lauschen, die Spuren ihrer Triebe suchen.

Man g e wahrt in den französischen Romanen vonheute etwa fünf verschiedene Formeln.

Erstens der alte Naturalismus: Die von Flaubertgeschaffene und dann von Zola für die gemeinen unddummen Instinkte des Pöbels hergerichtete Formelder morceaux arrachis ä la vie. Sie herrscht heuteüber die Klassen der immer Verspäteten. Bei denSuchenden und Hoffenden hat sie abgewirtschaftet.Sie kann nichts neues mehr gewähren. Sie hat alleshergegeben, was aus ihr gezogen werden konnte. Sieist erschöpft. Einige kräftige Talente gehorchen ihrnoch, aber es wird unabänderlich immer dasselbe.Dahin gehören: «Madame Moeuriot» von Paul Alexis*),«Lhonneur » von Henri Fevre*) und «La Gamelle» von.Tean Reibrach*).

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*,) Hei Cliarpentier.