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Studien zur Kritik der Moderne
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den Duft der heimlichsten Nuancen zn gewinnen. Sieist unverkennbar. Ja, man könnte sie beschuldigen,jede andere Sorge und Rücksicht zu verdrängen undmoralische Bedenken gern dem ästhetischen Nutzen zuopfern. Sie denkt nur immer an sich, und Unbill gegenden Stoff, Verletzung der Sitte, ja des Geschmackessogar, wird ihr leicht, wenn sie sich nur selberglückt.

Man könnte endlich meinen, dass ich vielleichtnicht durch meine Geschöpfe, sondern durch ihreWirkungen auf die Anderen bedeute, als Bote undWerber einer neuen Kunst. Es ist oft das Schicksalder Sucher von besonderen Formen, dass sie den Fundzuletzt selber nicht mehr nützen dürfen, Anderenlassen müssen. Ich wäre dann einer von den Prophetenund Märtyrern, die alle Kraft vergeben, um die alteRegel zu brechen und ein neues Gesetz zu gestalten,aber nun freilich nichts mehr übrig haben, es auchselber zu gemessen. Ich hätte aus meinem Gesichtedes Schönen neue Formen geschaffen, die erst denAnderen später dienen würden. Das ist ungefähr dieMeinung, welche die Klugen von mir haben. Sienehmen mich für den Agenten und Reisenden einerSchule, einerRichtung, einer Mode. Erst sollte es,wie ich mich sträuben und wehren mochte, durchausder Naturalismus sein, den ich doch nur behaglichmit seinen unverkosteten Gaben auf mich wirken liess,und da ich dann auch aus dem Symbolismus mit demgleichen Durste die fremden Reize sog, hiess ich Ver-räther. Es wurde nicht begriffen, dass man einEnthusiast und Don Juan aller künstlerischen Formensein kann, der jede gemessen, was sie gewährt, ausihr ziehen und sie dann wieder verlassen will. Manhat sich eben geirrt: ich agitire für keine Technik.

Ich glaube: das stimmt Alles nicht, und die klugenFormeln, die man an mir versuchte, als: derPhilosoph