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Studien zur Kritik der Moderne
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Littcratur.

man mir eine gewisse Geltung nicht leugnen kann, diedoch meinen Werken nicht gebührt, weil ich zwischenGunst, Hass und Eifersucht schwanke, und weil schliess-lich nicht meine Arbeit, sondern die Thaten vonAnderen meine Stellung, meinen Ruhm entscheidenwerden. Es ist möglich, dass ich ein ausserordentliches,aber vorderhand ist es nur gewiss, dass ich ein un-ordentliches Talent hin. So sieht man keine Gewährmeiner Zukunft, welche vielmehr in fremden Händenscheint.

Man höre einmal, wie von mir gesprochen wird.Es wird sehr viel von mir gesprochen, mehr als sonstvon irgend einemJungen. Aber es ist seltsam,wie es geschieht. Selbst Feinde rühmen meine Be-gabung, aber nicht einmal die Freunde rühmen meineWerke. Jeder gesteht, dass ich etwas bin, aberNiemand weiss, wie ich das eigentlich verdiene. Keinerzweifelt an mir, aber Alle sind durch die übliche Frageverlegen: also was soll man denn von ihm lesen?Und ich bekenne: ich bin es heimlich selber oft. Ichhabe ja in der That kein Buch, kein Stück, wo dieAnderen mich fänden, wie ich bin, und ich habe nureines, wo ich wenigstens mich linde und ich mirwenigstens genüge: dieMutter.

Wie ist dieses Problematische, Fragliche, Zweifel-hafte an meiner Kunst zu erklären'?

Man könnte meinen, dass es vielleicht Werkevon grossen und weiten Absichten ohne die erforder-lichen Mittel sind, dass die Pläne über meine Kraftentlaufen, und dass ich also unter die unselig ver-messenen Wäger gehöre, die mit ihrem Vermögennicht rechnen. Aber ich glaube nicht vom Schlagedes Grabbe oder Cornelius zu sein. Ich schweifenicht ins Grosse. Ich bin kein Stürmer und Drängerzum Himmel. Ich suche geflissentlich vielmehr dasGeringe gern: leise, kleine, kaum vernehmliche Gefühle,