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Studien zur Kritik der Moderne
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Das junge Oesterreich.

9.1

Poesie. Es bleibt papierne Uebung. Es bleibt olmeLeben.

Man verstehe das nicht falsch, wenn ich vomKünstler Leben verlange. Nur Erlebtes darf er geben.Nur Erlebtes wirkt. Aber das soll nicht heissen, dassjedes Lied wirklich geschehen muss. Es muss nur inseinem Gefühle geschehen. Es ist nicht das Lebendraussen, es ist nur das Leben in der Seele gemeint.Die Leute sagen: der Kerl singt immer von seinertödtlichen Kleopatra, während er doch, ich wette, imbesten Falle eine Adele Näherin hat also was heisstdiese Dichterei? Das ist eine gerechte Klage und istdoch falsch, je wie man es deutet. Es mag immerhineine Näherin sein, wenn wir nur fühlen, dass er sieals Kleopatra fühlt. Das Gefühl entscheidet. DieTeufelin des Baudelaire war im Leben ein heiteres,rundes, gelassen bürgerliches Ding. Aber weil seineSinne, seine Nerven sie als tigerisches Ungethüm em-pfanden, können, müssen rvir ihm glauben. Man kannschon eine Näherin als Kleopatra fühlen. Aber ichfürchte: Dörmann und Gefolge wissen selber sehr genau,dass es eine Näherin ist, und möchten bloss mit Fleissein bisschen flunkern. Das lässt man sich nicht ge-fallen. Das verträgt man nicht. Das fordert Spottund Aerger. Man liebt den "Wahn des Dichters, nichtdie Lüge. Unehrliche Kunst kann nicht wirken.

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Gerechte Besinnung auf sich selber, ohne Dünkelund unverzagt, ist immer schwer. Sie wird es nochmehr, wenn es sich um einen so problematischen Künstlerhandelt, als ich *) bin. Ich bin problematisch, weil

*)Die neuen Menschen.La marquesa.Diegrosse Sünde.Zur Kritik der Moderne.Die gute Schule.Fin de siede.Die Mutter.Die Ueberwindung desNaturalismus.Russische Heise.Die häusliche Frau.Dora.Neben der Liebe.