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Litteratur.
Worten, und so reden die. fremden Worte für ilm. Esist, wie wenn Einer eine Posaune hätte und müsstenun immer Feierliches, Gewaltiges, Erhabenes blasen,während doch seine bescheidene kleine Seele lieberbequem sich in niedlichen und stillen Launen leisewiegen möchte. Durch die Technik der Anderen wirder in den Geist, in das Gefühl der Anderen gezwungen.Er redet nicht aus dem Leben: er redet immer ausfremden Literaturen. Seine Schmerzen sind von Bau-delaire und seine Wünsche sind von Swinburne. Sichverkündet er nirgends. So ist er wie nur je derschlimmste Epigone, nur dass er andere Muster nimmt,welche sich dem neuen Geschmacke nähern. Anfangsdurfte man meinen, dass er sich eben erst suchte undim Erwerbe der Mittel noch befangen war. Aber ersucht jetzt schon etwas lange.
Das gilt nicht nur von Dörmänn. Es gilt vonder ganzen lyrischen Gruppe. Nur Heinrich v. Kor ff*),wie unbeholfen, linkisch er zuweilen stolpern mag,scheint eigene Töne zu vermögen. Die Anderen, RichardSpecht **), dem zierliche, feine Wendung oft gelingt,Paul Fischer ***) und dieser Tross von sensitivenVersifexen, wirken alle künstlich. Sie können Manches.Sie treffen Strophen, die verblenden, Reime, die bethören.Sie wissen Verwegenheiten und Listen. Aber mit allentausend Kniffen und Ränken der Mache vermögen sienichts. Wie sie sich winden und strecken und quälen— sie zwingen die Seele nicht. Man sagt Bravo undgeht. Man glaubt es ihnen nicht. Sie wirken höchstenswie jener musikalische Scherz, der ein Thema in denWeisen aller Componisten zeigt: man lobt den klugenFleiss und lächelt, wenn man die Muster erkennt;Gefühl wird nicht geregt. Es bleibt eine scholastische
*) „Aus meiner AVelt.“
**) „Siimlentraum.“ — „Gedichte.“
***) „Hallucinationen.“