Das junge Gesterrei cli.
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Oder:
0 Tuberosen, süsse, wächsernblcichc,
0 heissgeliebte, regungslose Schaar!
Dass euer Anblick nimmer mir entweiche!
Und euer Hauch, der feuchte, zärtlich-rcichc,
Süss-duftig wie die Haarfluth einer Leiche,
Er möge mich umzittern immerdar.
0 Tubero'sen, süsse, wächsernbleiche,
0 heissgeliebte, regungslose Schaar!
Oder:
Hingelagert
Auf Iippjg weichen Eisbärfcllen, ruht
Ein schlankes Weib, die Lippen halberbrochen,
Mit leicht umblauten, müden Schwärmeraugen,
Und träumt und träumt von seelenheisser Freude,
Von zügellosem Schwelgen, trunk’nem Rasen,
Von einem hochgepeitschten TaumelreigenDer abgestumpften, wurzelwelken Nerven,
Von einem letzten, niegekannten Glück,
Von einer Wonne, die der Wonnen höchste,
Und doch nicht Liebe heisst — und träumt und träumt.
Mit diesen Versen ist es wunderlich. Man kannihre glückliche Form nicht leugnen, und die „hektischenschlanken Narcissen mit blutrothem Mund“, die „herz-losen grünen Smaragde“, die „abgestumpften, wurzel-welken Nerven“ reizen. Aber es bleibt eine Lust desVerstandes, ohne an das Gefühl zu gelangen. Siekönnen nicht wirken. Sie bleiben decorativ, wie Farbenauf einer Palette, welche Glanz, Pracht und Feuer,aber keinen Sinn, keine Zeichnung, keine Sprache zurSeele haben, oder wie eine Wahl von bunten Mustern,welche doch, um zu kleiden, erst in Gewänder zuschneiden wären, oder wie eine Sammlung der bestenCitate aus allen Stilen der Gegenwart. Aber wer soin Citaten der Anderen nur spricht, kann natürlichdas Eigene, seine heimliche Art, sich selber nichtsagen. Er hat eine erstaunliche Form, aber sie geradeverschuldet, dass er sich selber nicht hat. Der Apparat,statt zu dienen, tyrannisirt ihn. Er redet mit fremden