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Littcratur.
Also spielen wir Theater,
Spielen nns’re eig’nen Stücke,
Frühgereift und zart uncl traurig,
Die Komödie uns’rer Seele,
Uns’res Fühlens Heut’ und Gestern,
Böser Dinge hübsche Formel,
Glatte Worte, bunte Bilder,
Halbes, heimliches Empfinden,
Agonien, Episoden . . .
Manche hören zu, nicht Alle . . .
Manche träumen, manche lachen,
Manche essen Eis . . . und mancheSprechen sehr galante Dinge . . .
. . . Nelken wiegen sieh im Winde,
Hochgestielte weisse Nelken
Wie ein Schwarm von weissen Faltern . . .
Und ein BologneserhündchenBellt verwundert einen Pfau an . . .
Diese Verse sind sonderbar. Sie könnten vonEmanuel Geibel oder Paul Ttevse sein: sie haben dieseleichte Sicherheit, das mühelose Glück, die reife Anmutlider goetheisirenden Epigonen, die in fertigen Formenfertige Gedanken, fertige Gefühle wiegen. Aber siekönnten auch von Maurice Barres oder Nietzsche sein:so sehr haben sie an ihrer feinen, hochmüthigen,empfindlichen Grazie den scheuen Duft der letztenStunde. Sie sind wie von einem herrisch heiterenClassiker, der unter die blassen und hilflosen Sucherder Decadence gegangen wäre. Sie sind von Loris. *)
Loris, der Hugo von Hofmannsthal heisst , schreibtProsa und Verse, Kritisches und Lyrisches. An derProsa merkt man den Lyriker gleich: sie schwilltrhythmisch: schwüle Tropen, dunkle, üppige und schwereFarben, fremde Harmonien drängen, und was doch alsFeuilleton gemeint ist, klingt wie ein griechischer
*) Gedichte in der „Modernen Dichtung“ und den „Blättern fürdie Kunst“. — Feuilletons in der „Modernen Kunst“, „FrankfurterZeitung“ und „Deutschen Zeitung“. — „Gestern“, Studie in einemAkt in Heimen, „Der Tod des Tizian“ und „Der Thor und der Tod“.