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Studien zur Kritik der Moderne
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Littorat u r.

schlimmen Namen mag Mancher sich eitel drapiren,wie man als Bube, wenn gespielt wird, lieber Räuberals Gendarm ist, weil es sich fürchterlicher macht.Doch fehlen alle Versuche, den Schein der Dinge zugestalten, den die Sinne in den Menschen bringen.Da ist ein Einacter in bunten vollen Versen, derscheue Stimmungen und seltene Launen formt; daist ein Schauspiel, das eine These der Eifersuchtzeigen will; da ist die Lust an der Fabel, an derschönen Lüge, die zu glitzern und zu sprühen weiss,wie damals in der italienischen Novelle; da ist dieTrunkenheit von schwülen Worten, üppigen Vergleichen,stolzen Reimen; da ist die Qual um unerlebte Sen-sationen. Aber die unpersönliche Wahrheit, ohneWahl und Absicht, strenge wie das Leben an der Flächescheint, der Enthusiasmus der täglichen Dinge dernaturalistische Drang ist nirgends.

So hat der Vergleich desjungen Oesterreichmit dem jüngsten Deutschland keine Stütze, keinenHalt, kein Recht. Man könnte höchstens bemerken,dass beide nach dem gleichen Muster streben. Eswird oft gesagt, dass sie die Pariser copiren, und mankann nicht leugnen, dass sie gern an die französischenMeister erinnern. Aber wenn sie so das Nämlichetliun, geschieht es doch anders. Als die Berliner sichplötzlich entschlossen, aus Nichts eine Litteratur zuschaffen, verfuhren sie einfach: sie holten sie aus

Paris. Sie nahmen die Romane des Zola, lernten ihreGesetze, entwickelten sie, verfolgten sie, und nachihren Regeln wurde dann künstlich gedichtet, indemsie mit Eifer allen Kniffen der französischen Technikgehorchten. Aber weil diese fremden Mittel doch dasHeimische, deutsche Dinge, deutschen Geist, deutschesGefühl, ihre Zustände gestalten sollten, klaffte immerdie Form vom Geiste weg, und in den importirtenKünsten störte eine ursprüngliche Art, die sich mit