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Studien zur Kritik der Moderne
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Oesterreicher selber den Verdacht, indem Einige mitLeidenschaft in die neuen Kämpfe traten und auchihre Brünner Kevue, dieModerne Dichtung, unterder Führung des E. M. Kafka, dieses guten, herzlichenund treuen Jünglings, welchen der Tod den schönstenHoffnungen geraubt hat, oft geflissentlich die Allürender MünchenerGesellschaft und derFreien Bühnenahm.

Aber wenn dasjunge Oesterreich ein Anhängseldes jüngsten Deutschland war, dann musste es anderswerden. Es musste schon gleich ganz anders beginnen:kritisch, revolutionär und negativ. Es musste Empörungund Aufruhr verkünden. Es musste stürmen unddrängen. Es musste die alten Götter stürzen. Esmusste mit Zorn und Hohn beweisen, dass alle Ueber-lieferung nichts taugt. Doch fehlen in seinen Werkensolche Zeichen, und diese ungestüme Erbitterung derjüngsten Deutschen gegen die alte Kunst, als ob dieseerst niedergemacht und ausgerottet werden müsste,kennt es nirgends. Man suche nur in seinen Schriften.Oder man mache auch einmal persönlich die Probe.Man frage einen der jungen Berliner nach Spielhagenoder Heyse besser würde man den Henker gleichnach seinem Opfer fragen. Man frage einen der jungenWiener nach der Eschenbach oder Saar und derherzlichsten Verehrung, der innigsten Liebe, der zärt-lichsten Treue ist kein Maass. Nur gegen den genialenkritischen Tyrannen begehren sie ungeduldig bisweilenauf, und da wird der Aerger dann freilich nicht ge-spart. Aber es geschieht ganz anders, als etwa indem Berliner Streite gegen Frenzei. Es geschiehtnicht, ihn zu verdrängen; es geschieht nur, neben ihnzu kommen. Die Jugend will nicht auf seinen Platz;sie will nur, wohin sie gehört: an seine Seite.

Dasjunge Oesterreich ist nicht revolutionär.Aber es ist auch nicht naturalistisch. Zwar in den