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Studien zur Kritik der Moderne
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L i 11 e r a t u r.

In der Gesellscliaft der Künste wird viel von ihnengeredet, über sie gestritten, von Cafe zu Cafe, vonSalon zu Salon. Man vergleicht ihre Kräfte, misstund wägt, begeistert sich für sie, entrüstet sich gegensie, lächelt wohl auch bisweilen ein wenig. Und sohat die Gruppe schon ihren Ruf.

Ich möchte untersuchen, ob dieser Ruf, die geläufigeMeinung über dasjunge Oesterreich gerecht ist. Ichmöchte dann, wenn vielleicht Manches nicht stimmt,eine bessere Formel suchen. Und ich möchte endlich,wenn das Allgemeine gezeigt und die Farbe der Gruppegegeben ist, noch ein bisschen die Einzelnen nehmen,Avie Jeder für sich ist, und Avas er etAva, wenn ergünstig geführt, Aveise gefördert und durch Erfahrungerst recht zu sich selber gebracht wird, später nochbedeuten könnte.

Gemeiniglich Avird dasjunge Oesterreich für einAnhängsel des jüngsten Deutschland gehalten. Es sollaus den gleichen Trieben kommen, aus dem Ekel vorder Tradition. Es soll nach den gleichen Zielen gehen,zur Hoffnung einer Renaissance. Wie das jüngsteDeutschland Avill es die alte Litteratur durch eine neueverdrängen. Wie das jüngste Deutschland ist es revo-lutionär gegen das Herkommen und die Sitte der Kunst,um alle Ueberlieferung zu brechen, jede anerkannteSchönheit 'zu verleugnen und fremde Welten aus sichzu schaffen. Wie das jüngste Deutschland ist esNaturalismus, der nur die wirkliche Wahrheit von derlauten Strasse holt und alle Dichtung überhaupt andas tägliche Leben liefern Avill. So ist die Meinung,die vom ,.jungen Oesterreich läuft.

Das klingt auch ganz plausibel. Nichts konntenatürlicher sein, als dass der agitatorische Eifer derBerliner, da sie endlich auch einmal etwas erfundenhatten, an der Grenze nicht hielt und Genossenseiner Thaten suchte. Auch förderten diejungen