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L i 11 c r a t u r.
jenes je ne sais quoi, das uns das simpelste „GutenMorgen“ ganz anders sagen lässt, als es die Vätersagten, im Stile zu fixiren suchte. Er haschte rastlosnach dem unfasslichen Hauche, nach dem besonderenDufte, nach dem Eigenen des modernen Wortes.
Seine andere Neuerung war der heftige Drangnach Erlösung aus dem physikalischen Wahne desNaturalismus, der, in der äusseren Welt befangen,immer nur „Staffage-Kunst“ vermag. Er unternahmes, in die Dichtung, die der Zolaismus völlig in Malereiaufzulösen drohte, wieder den psychologischen Trieb zubringen, nach dem Beispiele des Bourget. Aber währendBourget nur einfach die Tradition der alten Psychologiewiederholte, duldete es ihn nicht an der Oberflächeder Gefühle, und er tauchte, von den Vordergrunds-Episoden der Seele weg, in den letzten Grund dertiefsten Geheimnisse; er suchte das Verschwiegene auf,das tief unten Jeder bei sich verwahrt als sein ein-sames, unverstandenes Eäthsel; diese innersten Schichtender menschlichen Natur wollte er ergründen.
Es war in dem bleichen, gemarterten Jünglingein furchtbares, vergebliches Bingen. Sein Wille istihm niemals gelungen. Seine Kraft langte nicht, diegrosse Sehnsucht in feste, sichere Formen zu zwingen,ln wilden Stössen warf er die wirren Begierden seinerSeele ungestalt heraus, und am Ende haben sie ihnzersprengt. Aber als ein gewaltiger Sucher der neuenKunst, mit deutlichen Instincten, wird er bleiben.
Was Hermann Conradi gesucht hat, hat DetlevBaron L i 1 i e n c r o n *) gefunden: er spricht seine
*) „Adjutantenritte“, „Gedichte“, „Der Haidegänger“, „BreideI-Iummelsbtttcel“, „Krieg und Frieden“, „Eine Sommerschlacht“,„Unter flatternden Fahnen“, „Der Mäcen“, und die Dramen:„Knut der Herr“, „Die Rantzow und die Pogwisch“, „Der Trifelsund Palermo“, „Arbeit adelt“, „Die Merowinger“. Alles beiWilhelm Friedrich in Leipzig.