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des Auslandes; eigene Kunst versuchten sie nicht einmal:sie haben nur aus der Weltliteratur genommen, nichts indie Weltliteratur gegeben. Aber aus dem verworrenen,besudelten, närrischen „Adam Mensch“ können dieNachkommen später einmal das ganze Geschlecht, dasum das Jahr 1880 auf die deutschen Hochschulen kam,handgreiflich vernehmen, ganz wie es war, mit seinemEkel am Leben, mit seiner Wuth gegen die täglicheGemeinheit ringsum, mit seiner unbändigen Begierde,die Vergangenheit abzuschütteln und was Eigenes dar-zustellen. Und darum wird er nicht so bald vergehen.
Zwei Neuerungen hat Hermann Conradi versucht:einen neuen Stil und eine neue Psychologie.
Der Stil der Deutschen ist seit dem Ausgange derRomantik merkwürdig stabil. Die Franzosen schreibenalle dreissig Jahre eine neue Sprache: man vergleichebloss Rousseau, Stendhal oder Merimee, Flaubert undHuysmans oder gar etwa Rosny; wie die Menschen injeder Generation andere sind, sich anders tragen undüberhaupt jede tägliche Verrichtung anders beginnen,so ist dort jedes neue Geschlecht auch eifrig bemüht,seihst das Alte und Herkömmliche in neuen undeigenen Formen zu sagen, in welche gleichsam eineMomentaufnahme seiner ganzen Verfassung mit hinein-rutscht, für das Ueberlieferte und Gewohnte unge-kannte Ausdrücke zu finden, die seinem besonderenZustande von heute entsprechen, und wie es andersisst, trinkt und lieht, so auch anders zu sprechen undzu schreiben. Die Deutschen, die doch auch in ihrenGewohnheiten und Sitten gewiss nicht mehr die Kräh-winkler der guten alten Zeit, und in ihrer Rede, inden Ausdrücken des täglichen Verkehrs ganz anderegeworden sind, haben den Stil seit etwa sechzig Jahrenkaum merklich verändert: sie schreiben heute noch,wie man vor sechzig Jahren schrieb, nicht wie manheute spricht und denkt. Conradi war der erste, der