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Studien zur Kritik der Moderne
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Das jüngste Deutschland.

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Programme begannen: mit den genauen und nüchternenVorschriften des Zolaismus. Sie apportirten denZolaismus in die deutsche Litteratur und zogen ausihm, in Theorie und Praxis, unerbittlich alle Folgenbis an das letzte Ende. Das ist ihr Werk.

Man weiss, wie der französische Naturalismus auseiner nothwendigen und unvermeidlichen Reaction gegendie phantastischen Ausschweifungen der entartetenRomantik allmählig selber bald eine ebenso unduldsame,ebenso einseitige und ebenso ausschweifende Parteiwurde. Er war zuerst nichts als die Empörungdes nüchternen Verstandes gegen die wüsten Ver-zückungen trunkener Gefühle: die ins Unfassliche ent-laufene Kunst sollte aus den Wolken wieder in irdischeMaasse zurück; nur Befreiung vom Schwulst undBombast und von den falschen Posen, schlichte Einfach-heit und Natur meinten die ersten Rufe nachWahrheit.Aber aus dieser unschuldigen und harmlosenWahrheitwurde bald ein enges und fanatisches Schlagwort, dasam Ende bloss noch dieWirklichkeit gelten liess, dieWirklichkeit von der Strasse, die wir mit dem Aermelstreifen,die ganze Alltäglichkeit um uns, ohne Da-zwischenkunft des Künstlers, das Leben da draussenund nichts als das äussere Leben, so wie es ist. DieMeldungen der Sinne von den Dingen unverkürzt,unverschönt, unverändert, oliue Rest und ohne Zutliatwiederzugeben das wurde jetzt das neue Dogmader Kunst. Nur freilich hüteten sich die klugen, imGeschmacke befestigten Franzosen, es mit der heftigenForderung, die sie so stürmisch begehrten, allzu ehrlichzu nehmen. Sie sammelten wohl genaue, umständliche undgrausame Documente des Lebens, aber nur um in ihnenund durch sie sich selber auszudrücken, die eigenenGedanken, die eigenen Entrüstungen, die eigenenWünsche,immer nur die letzte Natur des Dichters selbst: derNaturalismus tvar ihnen ein Mittel der Form, dahinter